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Beamte der Spurensicherung am Fundort der beiden Leichen. Foto: Bernd Weißbrod
03.06.2014

Mehr als 40 Hinweise zu Koffer-Leichen - Suche nach DNA

Der ungewöhnliche Mordfall in Stuttgart gibt der Polizei weiter Rätsel auf. Wer die in einem der beiden Koffer gefundene getötete Frau ist, konnte noch immer nicht geklärt werden.

Bildergalerie: Zwei Leichen in Reisekoffern im Schlossgarten entdeckt

Die Polizei hat im Fall der zwei Koffer-Leichen aus dem Stuttgarter Schlossgarten mehr als 40 Hinweise erhalten, aber noch keine heiße Spur. Die Sonderkommission suchte am Dienstag auch nach DNA-Spuren an den beiden Gepäckstücken, in denen die Toten versteckt waren. Mögliches Beweismaterial vom Fundort werde unter die Lupe genommen, die Ermittler werteten außerdem die Hinweise aus der Bevölkerung aus, sagte Polizeisprecher Thomas Ulmer.
Während die Identität des getöteten 50-jährigen Mannes feststeht, gibt die ermordete Frau den Ermittlern noch Rätsel auf. Kurz nach der Obduktion konnte die Polizei noch nichts über die Todesursache oder den Todeszeitpunkt sagen. Entsprechende Informationen wurden für den Nachmittag erwartet.
Besucher eines Grillplatzes hatten am Sonntagnachmittag zwei Reisekoffer am Bahndamm im Schlossgarten entdeckt, als sie austreten wollten. Als die beiden Männer Blutspuren an einem der Gepäckstücke bemerkten, alarmierten sie die Polizei. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll der Fundort nicht der Tatort sein.
Hinweise verspricht sich die Polizei von der geplanten Veröffentlichung eines charakteristischen Details an einem der Koffer. Näheres dazu wurde zunächst nicht bekannt. Möglich sei, dass jemand den Besitzer des Koffers kenne oder sich ein Händler erinnere, das Gepäckstück verkauft zu haben.
Der getötete Mann war der Polizei durch Diebstähle und Schwarzfahren aufgefallen. Zur Frage, ob er dem Obdachlosenmilieu zuzuordnen sei, sagte Ulmer: «Es geht in Richtung soziale Randgruppe.» Theorien, dass die beiden Koffer nicht durch den Schlossgarten sondern über Bahngleise zu ihrem Fundort geschleppt worden seien, seien überprüft und verworfen worden, sagte der Polizeisprecher. Eine 40-köpfige Sonderkommission «Damm» ist mit der Aufklärung des Verbrechens befasst.