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09.07.2013

Mentrup lehnt Planungen zu zweiter Rheinbrücke ab

Karlsruhe (dpa/lsw) – Der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) hat den Planungen zum Bau der zweiten Rheinbrücke eine klare Absage erteilt. «Wir als Stadt Karlsruhe haben dafür kein Verständnis», sagte der Rathauschef am Dienstag auf dem Erörterungstermin für das umstrittene Projekt. Die Stadt werde alles tun, um die bisherigen Planungen zu verhindern. Auf dem mehrtägigen Erörterungstermin, dem vorerst letzten Schritt im laufenden Planfeststellungsverfahren, werden Gegner und Befürworter der Querung zwischen Karlsruhe und dem pfälzischen Wörth nochmals gehört.

Mentrup argumentierte, die Brücke bringe auf badischer Seite keine Verbesserung der Verkehrssituation. Außerdem seien umweltschonendere Alternativen nicht ausreichend geprüft worden, bemängelte er. Mentrup wandte sich ausdrücklich auch gegen die Idee, eine neue Brücke an die weiter östlich verlaufende Bundesstraße 36 anzubinden, um Verkehrsströme zu entzerren.

Es müsse aber eine Lösung geben für den Fall, dass die bestehende, fünf Jahrzehnte alte Brücke unbenutzbar werde oder wegen Sanierung gesperrt werden müsse. Wie eine solche Lösung aussehen könnte, sagte Mentrup nicht.

Nach den Erörterungen könnte das zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe entweder einen für den Bau notwendigen Beschluss fassen oder es ergeben sich Planungsänderungen. Diese würden zu weiteren Verzögerungen führen. Auf rheinland-pfälzischer Seite gibt es ein getrenntes Planungsverfahren.

Die alte Brücke über den Rhein zwischen Karlsruhe und Wörth ist die einzige Ost-West-Verbindung für den Wirtschaftsraum Südpfalz, Mittlerer Oberrhein und Nordelsass. Werktags überqueren pro Tag etwa 80 000 Fahrzeuge die Brücke, konzipiert war sie für 33 000 Fahrzeuge. Bis 2025 sollen es knapp 100 000 Fahrzeuge sein.

Die neue Brücke soll etwa 1,4 Kilometer nördlich der bestehenden Brücke entstehen und rund 107 Millionen Euro kosten. Finanziert wird das Projekt vom Bund.