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09.11.2012

Messerstecherei in Asylanten-Aufnahme: Haftbefehl für Algerier

Wegen des dringenden Verdachts des versuchten Totschlags stellt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen einen 30 Jahre alten Algerier Antrag auf Erlass eines Haftbefehls. Er soll einen sieben Jahre jüngeren Kontrahenten mit einem Messer niedergestochen und im Gerangel offenbar auch selbst schwere Blessuren davongetragen haben. Zu den Hintergründen des Geschehens machten die beiden inzwischen auf dem Weg der Genesung befindlichen Kontrahenten aber keinerlei Angaben.

Wie berichtet, wurden Rettungskräfte und Polizei in der Nacht zum Donnerstag in die Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge in Karlsruhe gerufen, nachdem eine Personengruppe einen regungslosen 23-jährigen Bewohner aus Nordafrika an die Pforte der Einrichtung gebracht hatte. Während der am Rücken offensichtlich durch Messerstiche schwerst verletzte junge Mann notärztlich versorgt und in eine Klinik eingeliefert wurde, stießen Polizeibeamte bei ihren Ermittlungen in einem der Zimmer auf einen 30-jährigen Algerier. Dieser Mann wies eine Stichverletzung am Oberkörper auf und musste gleichfalls in eine Klinik gebracht werden. Das mutmaßliche Tatmittel, ein Messer mit einer zwölf Zentimeter langen Klinge, wurde in dem Raum des Algeriers sichergestellt.

Nicht nur wegen erheblicher Sprachprobleme gestalteten sich die kriminalpolizeilichen Recherchen äußerst schwierig. Zwar konnten die Beamten ermitteln, dass der 30-Jährige den 27-Jährigen mit dem Messer verletzt hatte, aber auch die Befragung mutmaßlicher Zeugen brachte nicht das erhoffte Licht ins Dunkel. Sieben zunächst in Gewahrsam genommene Mitbewohner kamen wieder auf freien Fuß. pol

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