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11.04.2015

Millionenschaden bei Essenstreff - Brandstiftung?

Ein Feuer hat in einem Essenstreff für Bedürftige in Freiburg einen Millionenschaden angerichtet. Verletzt wurde bei dem Brand in der Nacht zum Samstag niemand, wie die Polizei mitteilte. Laut einem Sprecher gibt es keine Hinweise auf einen technischen Defekt. Es werde in Richtung Brandstiftung ermittelt. Horst Zahner vom Vorstand des Fördervereins Freiburger Essenstreff sagte: «Das ist der schlimmste Vorfall, den wir in 20 Jahre hatten.»

Zahner geht bereits von Brandstiftung aus, nach seinem Wissen sei Brandbeschleuniger im Spiel gewesen. «Man muss bei diesem Klientel immer mit allem rechnen.» Allerdings sei dies kein Grund zur Sorge oder dafür, mit der Essenausgabe aufzuhören. «Im Gegenteil: Wir geben jetzt noch mehr Gas.» Schließlich verteile der Verein pro Jahr 30 000 Essen unter anderem an Obdachlose oder Ex-Häftlinge. Für Bedürftige kosten Mittagessen 2,20 Euro. Sonntags gibt es Frühstück.

Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit fast 100 Helfern vor Ort, um den Brand zu löschen. Die genaue Schadenshöhe am Gebäude der Stadt Freiburg war den Polizeiangaben zufolge zunächst nicht bekannt. Die Ermittler gehen von einem Betrag im unteren siebenstelligen Bereich aus. Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD) sagte, das Feuer sei in einem leerstehenden Gebäude neben dem eigentlichen Essenstreff ausgebrochen. Vor allem Löschwasser habe dessen Küche beschädigt. Der Komplex sollte den Angaben nach in einigen Jahren abgerissen werden.

1998 zog der Essenstreff an die Schwarzwaldstraße. Die Stadt stellt die Räume mietfrei zur Verfügung und finanziert einen Teil des Personals. Das meiste läuft jedoch ehrenamtlich. Zahner zufolge kommen jährlich 50 000 bis 80 000 Euro an Spenden zusammen. Das sei überdurchschnittlich und zeige die Unterstützung der Freiburger.

Sozialbürgermeister von Kirchbach sagte, der Essenstreff sei ein «wichtiger Mosaikstein in der sozialen Infrastruktur» der Uni-Stadt und bei der Versorgung mit Mittagessen fast der einzige Anbieter. Er will am Montag mit den Kirchen sprechen und Ausweichquartiere suchen. «Das wird aber natürlich nicht von heute auf morgen gehen.»