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Das Stiftungsziel war Vermeidung von Obdachlosigkeit. Gedient hat das Stuttgarter «Nestwerk» aber der Bereicherung weniger. Sieben Jahre nach der Pleite steht der ehemalige Vorstand in Stuttgart vor Gericht.
Das Stiftungsziel war Vermeidung von Obdachlosigkeit. Gedient hat das Stuttgarter «Nestwerk» aber der Bereicherung weniger. Sieben Jahre nach der Pleite steht der ehemalige Vorstand in Stuttgart vor Gericht. © dpa
14.11.2017

Millionenschaden mit Stiftung - Prozess gegen "Nestwerk"-Vorstand

Stuttgart. Untreue, Betrug, Insolvenzverschleppung und Bankrott werden einem 70-Jährigen vorgeworfen, der vor etlichen Jahren mit der Sozialstiftung „Nestwerk“ einen Millionenschaden angerichtet haben soll. Am Dienstag beginnt der bis ins nächste Jahr hinein terminierte Prozess am Stuttgarter Landgericht.

Unter anderem soll der Angeklagte zwischen 2007 und 2010 Geld der Stiftung in Höhe von 1,8 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt haben. Unter Vorlage falscher Urkunden soll er zudem Darlehen von insgesamt etwa 9,2 Millionen Euro erschlichen haben.

Die Anklage ist 100 Seiten lang. So soll der heute 70-Jährige damals auch die mit Münzgeld betriebenen Waschautomaten in verschiedenen Wohnobjekten für Obdachlose geplündert und so 13.000 Euro eingesackt haben. Auch soll er seinem Sohn eine der Stiftung gehörende Wohnung mietfrei überlassen haben. Die Stiftung war 1994 „zur Vermeidung von Obdachlosigkeit und Wohnungsnot“ gegründet worden. „Nestwerk“ baute und verwaltete über Fördergeld Wohnungen, das Belegungsrecht für zuletzt mehrere hundert Wohnungen in Stuttgart hatte die Stadt.