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Naturschutzminister Bonde will 80 Stellen im neuen Nationalpark Nordschwarzwald schaffen. Landesweit, so eine neue Umfrage, befürwortet eine Mehrheit den Nationalpark.
Naturschutzminister Bonde will 80 Stellen im neuen Nationalpark Nordschwarzwald schaffen. Landesweit, so eine neue Umfrage, befürwortet eine Mehrheit den Nationalpark. © dpa
20.05.2013

Minister Bonde fordert 80 Stellen für Nationalpark

Naturschutzminister Alexander Bonde (Grüne) plant laut einem Zeitungsbericht für den Nationalpark Nordschwarzwald mit einem Bedarf von rund 80 Stellen, darunter Förster, Waldarbeiter und Ranger. Kosten solle das Projekt fünf bis acht Millionen Euro im Jahr, der größte Teil davon entfalle auf Personalkosten. Laut einer Umfrage befürwortet die Mehrheit im Land einen Nationalpark.

Die Jobzahlen und Projektkosten nannte ein Sprecher Bondes der Zeitung «Sonntag Aktuell», betonte aber auch: «Wir können eine genauere Zahl erst nennen, wenn die genaue Gebietskulisse feststeht.» Man habe sich bei den Kosten «an anderen Nationalparken in Deutschland orientiert». Aus dem Finanzministerium hieß es dem Bericht zufolge, man sehe «die Ausgabenwünsche sehr skeptisch» und werde sie «eingehend prüfen».

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke aus Pforzheim bezeichnete die Stellenforderung am Samstag als typisch für die grün-rote Regierungspolitik. Man rede zwar von Haushaltskonsolidierung, schaffe aber ständig neue, jahrzehntelang wirkende Belastungen für den Landesetat. Dass Grün-Rot eine Woche nach den Bürgervoten gegen den Nationalpark daran gehe, Stellen für das Projekt zu schaffen, sei außerdem eine «dreiste Provokation der Menschen im Nordschwarzwald».

Hintergrund der heftigen Auseinandersetzung sind Bürgerbefragungen in sieben Orten in der Region des möglichen Nationalparks. Die Befragung spiegelt letztlich aber keinen repräsentativen Landestrend, sondern nur eine lokale Momentaufnahme. In Bad Wildbad und Enzklösterle stimmten jeweils unter 25 % für die Nationalpark-Idee, in Bad Herrenalb waren es schon knapp über 36 %. Rückenwind bekam die Landesregierung durch eine neue Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunks und der «Stuttgarter Zeitung» unter mehr als tausend Wahlberechtigten. Darin sprechen sich 51 % für einen solchen Park im Nordschwarzwald aus, 37 % sind dagegen, und 12 % unentschieden.

Das Besondere an dieser Umfrage: In den betroffenen Landkreisen, in denen die Diskussion schon länger intensiv geführt wird, ist die Zahl der Unentschiedenen deutlich geringer und die Zustimmung sogar noch höher: 53 % finden die Pläne gut, 44 % nicht. Selbst die CDU-Anhänger sind gespalten: 41 % sind dafür, 45 % dagegen. Die Zahlen sprechen also eher für die Einrichtung eines landesweit akzeptierten Nationalparks.

Nach den Plänen der Landesregierung soll im Nordschwarzwald der erste Nationalpark Baden-Württembergs überhaupt entstehen. Die Regierung verweist darauf, dass die Bürger in den vergangenen zwei Jahren viele Möglichkeiten gehabt hätten, sich einzubringen. Die Bedenken seien auch in einem Gutachten behandelt worden, das seit April vorliegt. Regierungschef Kretschmann bekräftigte, dass es Sache des Landtags sei, über die Einrichtung des Nationalparks zu entscheiden.

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