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Polizisten erweisen mit einem Trauerzug in Böblingen ihrer in Heilbronn ermordeten Kollegin Michele Kiesewetter die letzte Ehre. 

Minister Strobl spricht Angehörigen von NSU-Opfern Mitgefühl aus

Heilbronn (dpa/lsw) - Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat zum zehnten Todestag der vom NSU ermordeten Polizistin Michèle Kiesewetter allen Angehörigen der Opfer der Rechtsterroristen sein Mitgefühl ausgesprochen.

hnen sei schreckliches Leid zugefügt und zugemutet worden, sagte er am Dienstag bei einer Gedenkfeier in Heilbronn. Der stellvertretende Ministerpräsident fügte vor mehr als 80 geladenen Gästen hinzu, darunter die Familien der zehn erschossenen NSU-Opfer: «Sie können sicher sein, dass Sie mit ihrer Trauer, ihrem Schmerz und ihrem Erinnern nicht alleine sind.»

Vor dem Großen Ratssaal des Heilbronner Rathauses hingen die Fahnen auf halbmast. Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel sagte, die Suche nach den Mördern habe lange gedauert. Aber auch nach deren Auffinden konnten noch nicht alle Fragen zu den Hintergründen beantwortet werden.

Kurz vor dem zehnten Todestag Kiesewetters war auf einer auf Ende April 2007 datierten Aufnahme vom Tatort der Schriftzug NSU  identifiziert worden. Das inzwischen übermalte Graffiti auf der Wand eines Trafo-Häuschens war also lange, bevor der NSU aufflog, entstanden. Der Generalbundesanwalt und der NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags wollen der Sache nachgehen.

Den Mord an Kiesewetter rechnet die Bundesanwaltschaft der Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) zu. Auf deren Konto gehen auch die Morde an neun Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund zwischen 2000 und 2006.