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Nicht in allen Landkreisen gibt es eine Biotonne. Foto: dpa-Archiv
Nicht in allen Landkreisen gibt es eine Biotonne. Foto: dpa-Archiv
31.07.2017

Minister Untersteller fordert, dass alle Landkreise Bioabfälle getrennt sammeln

Es sei „Verschwendung erster Güte“, wenn der Kreis Karlsruhe gut 62 Kilogramm Bioabfälle pro Einwohner mit dem Restmüll in Mannheim verbrennen lasse, hat Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) bei der Vorstellung der Abfallbilanz 2016 moniert. Trotz Bundesgesetz bietet neben dem Kreis Karlsruhe auch der Alb-Donau-Kreis und der Kreis Sigmaringen keine Biotonne an. Die Pro-Kopf-Sammelmenge an Bioabfall sei indes landesweit um vier auf 49 Kilo gewachsen, so Untersteller.

Müll pro Kopf: 140,6 Kilogramm Haus- und Sperrmüll pro Kopf sind Untersteller zufolge der geringste Wert seit dem Start der Statistik vor 27 Jahren. Bundesweit liege Baden-Württemberg noch vor Sachsen (148 Kilo) und Bayern (165 Kilo) auf Rang eins.

Gebühren: Die durchschnittliche Jahresabfallgebühr für einen Vier-Personen-Haushalt stieg leicht auf 151,06 Euro – 65 Cent mehr als im Jahr vorher. Die Gebühr liege damit nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau, betonte der Minister.

Müllmenge: Unter dem Strich sind 2016 rund 50 Millionen Tonnen Müll angefallen. Ein Großteil davon, 38 Millionen Tonnen, werden von der Industrie und von Gewerbebetrieben entsorgt. Dazu zählen Bauabfälle, etwa aus dem Abbruch von Gebäuden oder Straßen. 11,87 Millionen Tonnen, 317.000 Tonnen mehr als 2015, sind Abfälle von Privatleuten und und haushaltsähnliche Abfälle aus der Industrie. Das Plus bei der Gesamtmenge an häuslichen Abfällen begründete Untersteller mit einem deutlichen Plus an Einwohnern von rund 100.000.

Ranking: Verblüffend groß ist die Spanne zwischen den Kommunen mit dem meisten Müll und mit dem wenigsten: Freiburg hat unter den Großstädten mit 109 Kilo Haus- und Sperrmüll je Einwohner den Spitzenplatz, Mannheim mit 246 Kilo die rote Laterne. Pforzheim liegt mit 174,5 Tonnen pro Kopf etwa im Mittelfeld. Bei der Kategorie „städtische Kreise“ reicht die Spanne von 66 Kilo im Kreis Calw bis 204 Kilo im Ortenaukreis. Die Unterschiede lassen sich zum Teil durch Müll aus Gewerbebetrieben erklären, aber auch durch die Menge an getrenntem Bioabfall.

Die gesamte Abfallbilanz für 2016 gibt es online auf pzlink.de/26w