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Die Quelle des EHEC-Erregers ist noch immer nicht bestätigt.
Die Quelle des EHEC-Erregers wird eingegrenzt, ist aber noch immer nciht bestätigt. © dpa
06.06.2011

Ministerium: Keine Hinweise auf EHEC-Sprossen in Baden-Württemberg

STUTTGART. Nach dem EHEC-Verdacht bei Sprossen aus Niedersachsen hat das Ernährungsministerium in Stuttgart «keine Anhaltpunkte» für Spuren in Baden-Württemberg. Bislang weise nichts darauf hin, dass mit dem Darmkeim verunreinigte Sprossen oder Samen in den Südwesten gelangt seien, sagte der stellvertretende Ministeriumssprecher Jürgen Wippel am Montag.

Es werde aber weiter fieberhaft gesucht und geprüft. «Das Ding läuft auf Hochtouren», betonte er und machte zugleich deutlich, dass die Vertriebswege bei Sprossen recht kompliziert seien.

Die Lebensmittelüberwachung kontrolliere Produktion und Handelswege. Es gebe Betriebe im Südwesten, die Sprossen züchteten, doch spiele dies im Land eine «eher untergeordnete Rolle». Überprüft würden auch die Pfade vom Erzeuger und vom Zwischenhändler zum Verbraucher. «Sprossen sind klein, aber vielfältig», machte Wippel klar. Es gebe etliche Sorten - neben den bekannten asiatischen etwa auch von Kohl und Weizen. Oft kämen sie als Mischung auf den Markt, was die Kontrolle nicht leichter mache.

Sprossen würden prinzipiell regelmäßig von den Lebensmittelämtern überwacht, da sie in einem feuchtwarmen Klima aufgezogen würden, das Keime grundsätzlich begünstige. Es würden auch immer mal Keime in Proben gefunden, bislang seien aber keine krankmachenden darunter gewesen, teilte Wippel mit. Problematisch sei im Zweifel der Verzehr roher Sprossen, etwa auf Salat. Würden sie beim Kochen auf mehr als 70 Grad erhitzt, habe der Keim keine Chance.

Aktuelle Zahlen zur Darmseuche EHEC wollte das Sozialministerium am Nachmittag bekanntgeben. Nach Stand vom Freitag waren seit Anfang Mai im Südwesten insgesamt 18 Menschen an der schweren EHEC-Verlaufsform HUS erkrankt, 79 hatten sich mit dem gefährlichen Darmkeim EHEC infiziert.dpa