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© Symbolbild: dpa
14.11.2013

Mit Haftbefehl gesuchter, trickreicher Litauer in Klinik festgenommen

Karlsruhe. Polizisten wissen aus Erfahrung, dass der Schein oft trügt. Und manchmal auch Bescheinigungen, die ihnen vorgelegt werden. Als die Beamten am Dienstag bei einer wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz richterlich angeordneten Wohnungsdurchsuchung in der Karlsruher Innenstadt auch auf einen 27 Jahre alten Litauer trafen, wurde dieser plötzlich von einer Kreislaufschwäche heimgesucht. Doch das war noch lange nicht der einzige Fälschungsversuch.

Nachdem der junge Mann im Krankenhaus auch noch Suizidabsichten äußerte, kam er in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik. Bei den weiteren Ermittlungen kam nun aber zutage, dass der von dem 27-Jährigen vorgewiesene Pass eine fast perfekte Fälschung war. So stimmte an den Angaben nur das Geburtsjahr und die Nationalität des jungen Mannes.

Wie sich herausstellte, hatte er für die falsche Identität einen guten Grund. Er wurde nämlich von einem Amtsgericht im Schwäbischen wegen bandenmäßigen Handelns mit Drogen zur Verbüßung einer Restfreiheitsstrafe von 983 Tagen gesucht. So kam es, dass die Ermittler den verdutzten 27-Jährigen aus der Klinik heraus verhafteten. Auch die Ärzte schienen das falsche Spiel durchschaut zu haben und verfassten eine ärztliche Haftfähigkeitsbescheinigung, weshalb die Polizisten den Litauer in eine Justizvollzugsanstalt einliefern konnten.