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06.04.2012

Mord an Klinik-Patientin - Tatverdächtiger gesteht

Bad Grönenbach/Kempten (dpa/lsw) - Im Mordfall in einer Allgäuer Klinik hat der as dem Ostalbkreis stammende 18-jährige Tatverdächtige ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Gegenüber der Polizei und einem Haftrichter gestand der Schüler den Sexualmord an einer 39-jährigen Klinik-Patientin, teilte die Polizei in Kempten am Karfreitag mit. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen wurde der Tatverdächtige am Freitag einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen Mordes in Tateinheit mit einem Sexualdelikt.

Am Donnerstag war der ehemalige Patient der Klinik zu Hause festgenommen worden. Er leistete keinen Widerstand. Die 39-jährige Kinderpflegerin aus Karlsfeld im oberbayerischen Landkreis Dachau war in der Nacht zum 27. März in ihrem Zimmer in der Fachklinik im Kurort Bad Grönenbach (Landkreis Unterallgäu) ermordet aufgefunden worden. Nach Polizeiangaben hatten Zeugenaussagen und DNA-Spuren den Schüler aus dem Ostalbkreis überführt.

Nach derzeitigen Erkenntnissen der Ermittler war der 18-Jährige - wie das Opfer und etwa 20 weitere Menschen - am Vorabend der Tat bei einer Feier zum Abschied von mehreren Patienten aus der Klinik gewesen. Anschließend verließen der mutmaßliche Täter und die Frau die Veranstaltung gemeinsam. Zwischen 23.00 Uhr und 2.00 Uhr wurde die Frau getötet - laut Polizei durch Stichverletzungen in den Oberkörper und «Gewalteinwirkung gegen den Hals». Details zum genauen Tathergang wollte ein Polizeisprecher zunächst nicht nennen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung hätten die Ermittler mehrere mögliche Tatwerkzeuge sichergestellt, die jetzt untersucht werden müssten.

Am Morgen nach der Tat fand eine Putzfrau die nackte Leiche der 39-Jährigen auf dem blutbespritzen Bett. Der 18-Jährige reiste am gleichen Tag nach Hause ab - sein Klinikaufenthalt war beendet. Der Schüler war der Polizei bereits wegen eines im Jahr 2011 begangenen Körperverletzungsdelikts bekannt.

Die Ermittler stellten innerhalb von einer Woche weit mehr als 600 Spuren sicher - unter anderem DNA-Spuren des mutmaßlichen Täters. Eine Tasche, die nach dem Verbrechen im Freien gefunden wurde, gehörte dem Opfer.