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15.05.2015

Mord-Angeklagter will zunächst schweigen

Tübingen (dpa/lsw) - Ein 30-jähriger Mann, der wegen Mordes an einer 58-jährigen Pflegebedürftigen vor dem Tübinger Landgericht steht, will zunächst keine Angaben zur Tat machen. Das gaben seine Verteidiger zu Beginn der Verhandlung am Freitag bekannt. Man wolle aber im Verlauf des Prozesses aufzeigen, dass sich der Angeklagte nicht des Mordes schuldig gemacht habe.

Dem 30-Jährigen wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, die pflegebedürftige Frau im November in Reutlingen mit einem 50-jährigen Komplizen überfallen, gefesselt und geknebelt zu haben. Die Frau starb noch in der Nacht. Wenige Monate nach der Tat nahm sich der 50-Jährige in seiner Zelle in Rottweil das Leben. Ihm kommt nach Angaben des Richters nach bisheriger Lage des Sachverhalts wohl die «dominierende Rolle» bei der Tat zu. Dem 30-Jährigen, der alleine vor Gericht steht, droht im Falle einer Verurteilung eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Die mutmaßlichen Täter sollen die Frau in ihrer Wohnung mit Klebeband an einen Stuhl gefesselt und geknebelt haben. Sie flohen mit Schmuck und Bargeld im Wert von 2500 Euro, wurden wenig später aber von der Polizei gefasst. Das Duo legte ein Teilgeständnis ab und gab an, von einem Ehepaar zur Tat angestiftet worden zu sein.