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Blumen und Kerzen standen im Oktober in Freiburg vor einem Baum an der Dreisam. Dort wurde am 16.10.2016 die getötete Studentin aufgefunden.
Blumen und Kerzen standen im Oktober in Freiburg vor einem Baum an der Dreisam. Dort wurde am 16.10.2016 die getötete Studentin aufgefunden. © dpa
01.02.2017

Mordfall Freiburg - Polizei löst Sonderkommission auf

Freiburg (dpa/lsw) - Knapp zwei Monate nach der Festnahme des Tatverdächtigen im Fall des Sexualmords von Freiburg hat die Polizei ihre nach der Tat gebildete Sonderkommission am Dienstag aufgelöst. Die Ermittlungen sind weitgehend abgeschlossen, wie die Polizei in Freiburg mitteilte. Die Staatsanwaltschaft übernimmt demnach nun. Der Verdächtige schweigt weiter.

Hussein K. wird vorgeworfen, Mitte Oktober vergangenen Jahres eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und ermordet zu haben. Die junge Frau stammte urpsrünglich aus einer Gemeinde im Enzkreis. Er war Anfang Dezember festgenommen worden und sitzt seither in Haft. Täter und Opfer kannten sich den Ermittlungen zufolge nicht.

Eigenen Angaben zufolge ist Hussein K. 17 Jahre alt und stammt aus Afghanistan. Er kam im November 2015 als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling ohne Papiere nach Deutschland, in Freiburg lebte er bei einer Pflegefamilie. Die Polizei hatte seine DNA-Spuren am Tatort gefunden. Rechtsmediziner sind derzeit dabei, sein Alter herauszufinden. In den nächsten Wochen sollen Ergebnisse vorliegen.

Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau 2013 war Hussein K. in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, im Oktober 2015 aber vorzeitig gegen Auflagen entlassen worden. Kurze Zeit später tauchte er unter und kam nach Deutschland. Deutsche Behörden wussten nichts von dieser kriminellen Vorgeschichte.

Die Tat in Freiburg hatte noch vor dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt eine Debatte über die deutsche Flüchtlingspolitik ausgelöst und für Irritationen zwischen den Regierungen in Berlin und Athen gesorgt.

Die Freiburger Polizei hatte seit Mitte Oktober mit bis zu 63 Beamten rund 2350 Menschen befragt und war 2100 Hinweisen und Spuren nachgegangen, um das Tatgeschehen zu erhellen

Einen Zusammenhang zum Sexualmord an einer 27 Jahre alten Joggerin drei Wochen später in Endingen bei Freiburg gibt es demnach nicht. In diesem Fall ist der Täter, der auch für einen Mord im Januar 2014 in Kufstein in Österreich verantwortlich gemacht wird, unbekannt.

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