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mahnwache © dpa
16.01.2015

Muslime halten Mahnwache vor Medienhäusern im Südwesten

Stuttgart/Karlsruhe. Hunderte Muslime haben am Freitag vor Medienhäusern im Südwesten für Meinungs- und Pressefreiheit demonstriert. Organisiert wurden die Mahnwachen von der Türkisch Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) - als Reaktion auf den Terroranschlag auf das religionskritische Magazin «Charlie Hebdo» in Paris.

Allein in Karlsruhe hätten sich rund 70 Menschen vor dem Gebäude des SWR versammelt, sagte der Landesgeschäftsführer von Ditib Baden, Fatih Sahan, der Deutschen Presse-Agentur. «Wir wollten deutlich machen, dass wir als Muslime ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft sind und für Demokratie und Meinungsfreiheit einstehen.» Auch der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) nahm an der Aktion teil.

Weitere Mahnwachen gab es unter anderem in Stuttgart, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Konstanz. Die konservative Ditib hatte für Freitag bundesweit zu der Aktion für Meinungsfreiheit aufgerufen. Sie ist die mit Abstand größte muslimische Organisation in Deutschland.

«Es quält unser Herz, wenn Menschen den Namen Allahs missbrauchen und in seinem Namen morden», sagte die Gemeindekoordinatorin Derya Sahan in Karlsruhe. «Jeder muss sagen und schreiben dürfen, was er denkt, ohne um sein Leben fürchten zu müssen», betonte sie. «Als Muslime sind wir genauso für Meinungs- und Pressefreiheit.»

OB Mentrup bedankte sich herzlich für das klare Bekenntnis der türkischen Gemeinde. Das «abscheuliche Verbrechen» von Paris dürfe keinen Keil zwischen die Gesellschaft treiben.