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Andreas Stenger, Leiter des Kriminaltechnischen Institutes des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, Peter Egetemaier, Leiter der Kriminaldirektion Freiburg, Bernhard Rotzinger, Polizeipräsident, Leitender Oberstaatsanwalt Dieter Inhofer, Richard Kerber, Leiter der Sonderkommission und Leiter der Kriminalkommissariates in Emmendingen und Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamtes der Landespolizeidirektion Tirol in Österreich (l-r) beantworten während einer Pressekonferenz zum Tod einer 27-jährigen Frau in Endingen (Baden-Württemberg) in der Stadthalle Fragen der Journalisten.
Andreas Stenger, Leiter des Kriminaltechnischen Institutes des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, Peter Egetemaier, Leiter der Kriminaldirektion Freiburg, Bernhard Rotzinger, Polizeipräsident, Leitender Oberstaatsanwalt Dieter Inhofer, Richard Kerber, Leiter der Sonderkommission und Leiter der Kriminalkommissariates in Emmendingen und Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamtes der Landespolizeidirektion Tirol in Österreich (l-r) beantworten während einer Pressekonferenz zum Tod einer 27-jährigen Frau in Endingen (Baden-Württemberg) in der Stadthalle Fragen der Journalisten. © dpa
04.06.2017

Mutmaßlicher Mörder aus Endingen kommt wohl zweimal vor Gericht

Endingen (dpa) - Der mutmaßliche Mörder einer Joggerin aus Endingen bei Freiburg kommt voraussichtlich nicht nur in Deutschland vor Gericht.

Er soll nach Überzeugung der Ermittler im vergangenen November die 27-Jährige vergewaltigt und getötet, aber auch knapp drei Jahre zuvor in Österreich eine französische Studentin missbraucht und umgebracht haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass dort ebenfalls ein Prozess stattfinden wird. Der 40-Jährige, ein rumänischer Lastwagenfahrer, der im Raum Endingen wohnt und arbeitet, war am Freitag festgenommen worden und sitzt in Untersuchungshaft. Er bestreitet die Taten.

«Es wird vermutlich in beiden Verfahren einen Prozess geben», sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Freiburg, Dieter Inhofer. Es sei rechtlich nicht möglich, «einen Ausländer, der im Ausland eine Straftat dieser Art zum Nachteil einer Ausländerin [...] begangen hat, vor ein deutsches Gericht zu stellen». In Österreich sehe die Rechtslage genauso aus. «Aber natürlich ist es für die Bewertung der Endinger Tat genauso wie umgekehrt für die Bewertung der Kufsteiner Tat in einem gerichtlichen Verfahren von eminenter Bedeutung, ob der Täter im Ausland eine vergleichbare Tat begangen hat.»

Den Ermittlern zufolge war ein DNA-Abgleich mit am Tatort gefundenen Spuren positiv ausgefallen, das Handy des Mannes sei zur fraglichen Zeit am Tatort in Endingen geortet worden, hieß es. Die Auswertung von Daten der Lastwagenmaut aus Österreich hatte die Ermittler auf seine Fährte gebracht.

Für die Polizei ist der Fall mit der Festnahme noch nicht erledigt. Die sichergestellten DNA-Spuren würden weiter analysiert und auch mit internationalen Datenbanken abgeglichen, sagte der Leiter der Kriminaltechnik im Landeskriminalamt, Andreas Stenger. «Ob der Kriminalpolizei ein Serienmörder ins Netz gegangen ist, müssen die intensiven, jetzt auch europaweit zu führenden Ermittlungen zeigen», betonte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU). «Wer zwei Mal so bestialisch mordet, dem ist freilich mehr zuzutrauen.»

Die Tat in Endingen hatte in der kleinen Stadt am Kaiserstuhl monatelang Unruhe verbreitet: Die junge Frau war an einem Sonntag allein zum Joggen gegangen, aber nicht mehr zurückgekommen. Ihre Leiche wurde Tage später in einem Wäldchen im Weinberg entdeckt. Vom Mörder fehlte zunächst jede Spur. Für die Ermittler begann mit der Tat eine monatelange, akribische Suche nach Hinweisen.

Endingens Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz sprach sich für eine erweiterte DNA-Analyse in Kriminalfällen aus, um beispielsweise festzustellen, welche Haar- oder Augenfarbe ein Verdächtiger haben könne oder aus welcher Weltregion er stamme. Möglicherweise hätte man den Kreis der Verdächtigen dadurch schneller eingrenzen können, sagte er. Bisher ist das in Deutschland aber nicht erlaubt.

Strobl verwies auf die erfolgreiche Nutzung der Mautdaten: «Wir müssen unseren Ermittlungsbehörden die notwendigen Instrumente an die Hand geben, um allen Spuren und Hinweisen auch konsequent nachgehen zu können», forderte er. «Wie entscheidend dies sein kann, hat dieser Fall gezeigt.»

Die Tat in Endingen hatte in der kleinen Stadt am Kaiserstuhl monatelang Unruhe verbreitet: Die junge Frau war an einem Sonntag allein zum Joggen gegangen, aber nicht mehr zurückgekommen. Ihre Leiche wurde Tage später in einem Wäldchen im Weinberg entdeckt. Vom Mörder fehlte zunächst jede Spur. Für die Ermittler begann mit der Tat eine monatelange, akribische Suche nach Hinweisen.

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