nach oben
Die angeklagte Nathalie B. kommt am Freitag in  Mannheim zum Prozessauftakt ins Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft der  30-jährigen Mutter von drei Kindern  vor, sie habe Ende Januar 2010 beschlossen, eines ihrer Kinder absichtlich zu  Hause verhungern zu lassen. Der neun Jahre alte Junge litt an einer unheilbaren  Erbkrankheit und musste über eine Sonde ernährt werden. Foto: Uwe Anspach/dpa
Die angeklagte Nathalie B. kommt am Freitag in Mannheim zum Prozessauftakt ins Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft der 30-jährigen Mutter von drei Kindern vor, sie habe Ende Januar 2010 beschlossen, eines ihrer Kinder absichtlich zu Hause verhungern zu lassen. Der neun Jahre alte Junge litt an einer unheilbaren Erbkrankheit und musste über eine Sonde ernährt werden. Foto: Uwe Anspach/dpa © dpa
03.02.2012

Mutter ließ Neunjährigen verhungern: Vorwürfe eingeräumt

Mannheim. Eine 30-jährige Mutter hat zum Auftakt ihres Prozesses vor dem Landgericht Mannheim eingeräumt, ihr schwerbehindertes Kind nicht ausreichend versorgt zu haben. Der Neunjährige litt an einer unheilbaren Erbkrankheit, er war taub und blind und konnte nicht mehr laufen. Der Amtsarzt hatte das Kind 2010 verwahrlost und unterernährt in der Wohnung gefunden.

Es starb einige Wochen später in einer Klinik. Die Anklage lautet auf Verdacht des Totschlags sowie Misshandlung von Schutzbefohlenen.

 

In einer Erklärung, die ihr Verteidiger am Freitag verlas, gab die Frau an, als Mutter versagt zu haben. Sie bedauerte darin ihr „Fehlverhalten zutiefst“. Sie habe die Qualen ihres behinderten Kindes nicht länger ertragen können. „Sie hat schlicht und ergreifend die Augen vor der Wahrheit verschlossen“, betonte ihr Verteidiger.

Die 30-Jährige erklärte über ihren Verteidiger zudem, sie sei mit der Situation überfordert gewesen. Sie habe dem behinderten Jungen nicht gerecht werden können. Sie habe Angst gehabt, dass die Behörden ihr den Jungen wegnehmen könnten. „Ich habe einen schwerwiegenden Fehler gemacht.“ dpa