nach oben
© Symbolbild: dpa
30.07.2015

Mutter und Tochter retten sich vor Gasexplosion - Vater unter Verdacht

Bietigheim. Zu einer Gasexplosion in einem Reiheneckhaus in Bietigheim ist es am Donnerstag gegen 13.40 Uhr gekommen. Nun stellte sich heraus, dass es sich um ein versuchtes Tötungsdelikt handeln könnte. Unter Verdacht steht ein Familienvater, der schon im April handgreiflich gegen Mutter und Kinder geworden war.

Die Kriminalpolizei Ludwigsburg ermittelt gegen den 55-jährigen Anwohner, der den bisherigen Ermittlungen zufolge sich in vermutlich angetrunkenem Zustand an der Gasleitung im Keller des Hauses zu schaffen gemacht hatte. Seine 42-jährige Ehefrau und die 13-jährige Tochter bemerkten die Manipulation und konnten vom

Tatverdächtigen unbemerkt das Gebäude verlassen. Der 55-Jährige verließ wenig später zu Fuß das Haus und kurz darauf kam es zur Explosion. Personen wurden dabei nicht verletzt. Das Haus wurde jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf 250.000 bis 300.000 Euro.

Bereits am 14. April dieses Jahres war es innerhalb der vierköpfigen Familie zu einer Bedrohungssituation gekommen, als der psychisch auffällige und angetrunkene 55-jährige Familienvater seine Frau und zwei Kinder im Alter von 13 und 18 Jahren mit einer Schusswaffe bedroht hatte. Er wurde damals von Polizeibeamten in der Wohnung festgenommen.

Als mutmaßliches Motiv für das Herbeiführen der Gasexplosion sehen die Ermittler die seit längerem anhaltenden familiären Probleme und eine bevorstehende Trennung an. Die Polizei hat umfangreiche Fahndungsmaßnahmen nach dem 55-jährigen Tatverdächtigen eingeleitet, in die auch ein Polizeihubschrauber eingebunden ist. 

Es waren Polizeikräfte in Schutzausrüstung im Einsatz, die mitunter mit Gewehren bewaffnet waren. Dabei handelte es sich nicht um SEK-Beamte, sondern um Polizeibeamte eines benachbarten Bundeslandes, die auf dem Rückweg von einem Auftrag waren und dem Polizeipräsidium Ludwigsburg in Kenntnis der Explosion personelle Unterstützung angeboten hatten. Anzug und Bewaffnung der Beamten standen dabei nicht in ursächlichem Zusammenhang mit den Ereignissen in Bietigheim-Bissingen.