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Nach einem zähen Start versucht der NSU-Untersuchungsausschuss des Landtages weiter Anknüpfungspunkte für die Aufklärungsarbeit zu finden. Mitglieder von früheren Untersuchungsausschüssen im Bund und in Thüringen sollen helfen.
NSU-Ausschuss: Ex-Obmann widerspricht Zufallsopfer-Theorie © dpa
26.01.2015

NSU-Ausschuss: Ex-Obmann widerspricht Zufallsopfer-Theorie

Stuttgart. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Clemens Binninger hat dem Landtags-Untersuchungsausschuss zur Terrorzelle NSU Hinweise für seine Aufklärungsarbeit gegeben. Der Politiker aus Böblingen war Unions-Obmann im NSU-Ausschuss des Bundestags. Er erläuterte am Montag im Stuttgarter Untersuchungsausschuss seine Einschätzung, dass die Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn kein Zufallsopfer des NSU gewesen sei. Demnach solle sich der Ausschuss unter anderem mit Zeugen befassen, die blutverschmierte Männer am Tattag in der Nähe des Tatortes gesehen haben.

Zudem sollten die Handydaten von Kiesewetter umfassender ausgewertet werden, auch für die Wochen vor der Tat, riet Binninger. Er verwies unter anderem auf Verbindungen des NSU-Trios schon in den 90er Jahren nach Baden-Württemberg. Der Generalbundesanwalt sieht Kiesewetter dagegen als Zufallsopfer des NSU.

Der baden-württembergische Untersuchungsausschuss soll Kontakte und Aktivitäten des «Nationalsozialistischen Untergrundes» (NSU) im Südwesten beleuchten sowie die Aufklärungsarbeit der Behörden. Dabei geht es insbesondere um den Mord an der Polizistin Kiesewetter. Der rechtsextremen Terrorzelle NSU werden zwischen den Jahren 2000 und 2007 insgesamt zehn Morde zur Last gelegt.