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Opfer des rechtsterroristischen NSU: Polizistin Michèle Kiesewetter.  Foto: dpa
Opfer des rechtsterroristischen NSU: Polizistin Michèle Kiesewetter. Foto: dpa
30.11.2015

NSU-Ausschuss findet keine neue Spur im Kiesewetter-Mord

Bei der Auswertung der Funkzellen-Daten nach dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter hat es einige Hinweise auf Personen aus der organisierten Kriminalität gegeben. Ebenso seien Handys von Mitgliedern des Heilbronner Rockerclubs Hells Angels in der Funkzelle angemeldet gewesen, sagte ein Kriminalhauptkommissar des Landeskriminalamtes (LKA) am Montag im NSU-Untersuchungsausschuss des baden-württembergischen Landtags. Zum Teil hätten sich die Spuren als nicht relevant erwiesen, zum Teil habe man sie nicht klären können, da einige Handys auf Fantasienamen angemeldet gewesen seien.

Das Thema ist deshalb relevant, weil die Bundesanwaltschaft davon ausgeht, dass Kiesewetter und ihr Streifenpartner zufällig ins Visier des rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) gerieten. Dies wird angezweifelt – ebenso wie die Annahme, dass die NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos die Tat alleine ausführten. Manche vermuten, die organisierte Kriminalität könnte bei dem Mord die Finger im Spiel gehabt haben. Der Ausschuss untersucht die Bezüge des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) zu Baden-Württemberg. Dem NSU werden zehn Morde zugerechnet – an neun Migranten und an Kiesewetter im April 2007 in Heilbronn.

Der LKA-Beamte erklärte, dass die Funkzellendaten später auch auf die der Polizei bekannten Handynummern von Böhnhardt, Mundlos und Beate Zschäpe untersucht wurden – ohne Treffer zu erzielen. Allerdings gab es 16 Mobilfunknummern, die nach Ansicht der Ermittler ausgewertet werden sollten, was dann aber nicht geschah.Der Ausschuss ging auch der Frage nach, ob Kiesewetter und ihr Streifenpartner vor dem Angriff von ihren späteren Mördern observiert wurden. Der frühere Leiter der Sonderkommission Parkplatz, Axel Mögelin, sagte, am Polizeifahrzeug hätten sich keine Hinweise auf Peilsender oder Ähnliches gefunden.

Der Ausschuss will spätestens am 11. Dezember seine Arbeit abschließen. Der Vorsitzende Wolfgang Drexler (SPD) sagte, das Gremium habe bisher niemanden gefunden, der belegen könne, dass es andere Täter gegeben habe als Mundlos und Böhnardt.