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Unser Archivbild zeigt Mitglieder der "Rebel Brigade Knights" des Ku-Klux-Klan bei einer Zeremonie in Martinsville/USA. Zwei Polizisten aus Baden-Württemberg hatten Verbindungen zum rassistischen Ku-Klux-Klan gehabt. Der NSU-Ausschuss will wissen, ob sie auch mit der Neonazi-Terrorgruppe NSU und dem Mord an der Heilbronner Polizistin zu tun gehabt haben.
Unser Archivbild zeigt Mitglieder der "Rebel Brigade Knights" des Ku-Klux-Klan bei einer Zeremonie in Martinsville/USA. Zwei Polizisten aus Baden-Württemberg hatten Verbindungen zum rassistischen Ku-Klux-Klan gehabt. Der NSU-Ausschuss will wissen, ob sie auch mit der Neonazi-Terrorgruppe NSU und dem Mord an der Heilbronner Polizistin zu tun gehabt haben. © dpa
18.04.2013

NSU-Ausschuss kritisiert Ermittlungen zu Neonazis und Ku-Klux-Klan im Südwesten

Die Ermittlungsarbeit der baden-württembergischen Sicherheitsbehörden im Fall der rechtsextremen Terrorzelle NSU stößt im Neonazi-Untersuchungsausschuss des Bundestages auf Kritik. Der Grünen-Obmann Wolfgang Wieland sagte am Donnerstag in Berlin, er sei tief enttäuscht von den bisherigen Ermittlungsergebnissen. «Baden-Württemberg ist noch mit der weißeste Fleck auf der Landkarte unserer Untersuchung.»

Der FDP-Obmann Hartfrid Wolff sprach von gravierenden Pannen bei der Aufklärung im Südwesten und mahnte, die Polizei müsse dringend weitere Erkenntnisse sammeln. Die Linke-Obfrau Petra Pau beklagte, auch die Behörden in Baden-Württemberg hätten die Gefahr durch den Rechtsextremismus gründlich unterschätzt.

Vertreter von Landes- und Bundeskriminalamt und Bundesanwaltschaft hatten das Gremium zuvor in nicht-öffentlicher Sitzung über den Stand ihrer Ermittlungen rund um den «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) und die rechte Szene informiert. Der Ausschuss nahm am Donnerstag die Verbindungen der Terrorzelle NSU und die Aktivitäten des rassistischen Geheimbundes Ku-Klux-Klan im Südwesten in den Blick.

Im Sommer war ans Licht gekommen, dass zwei Polizisten aus Baden-Württemberg vor zehn Jahren Mitglieder einer Sektion des Ku-Klux-Klans mit Sitz in Schwäbisch Hall waren. Einer der beiden war Gruppenführer der Polizistin Michèle Kiesewetter, die 2007 in Heilbronn getötet wurde. Der Mord soll auf das Konto des NSU gehen.