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NSU-Prozess

27.04.2015

NSU-Ausschuss verhört rechtsradikale Friseurin

Stuttgart. Mysteriöse Gespräche in einem Friseursalon haben am Montag den Untersuchungsausschuss des Landtages zur rechtsextremem Terrorzelle NSU beschäftigt. Die Polizistin Michèle Kiesewetter soll 2007 in Heilbronn von zwei NSU-Mitgliedern erschossen worden sein, ihr Kollege wurde schwer verletzt.

Der Ausschuss geht der Frage nach, ob der verwundete Beamte womöglich im Krankenhaus ausgespäht wurde und diese Information an Rechtsextreme gelangte. Eine vom Ausschuss befragte Friseurmeisterin - zu dieser Zeit Mitglied der rechtsextremem NPD - bestritt, über eine Krankenschwester des Klinikums den Polizisten ausgespäht zu haben. Sie habe in einem Gespräch mit dieser Kundin nebenbei erfahren, dass in dem Krankenhaus der schwer verwundete Mann behandelt werde, sagte die 35-Jährige am Montag in Stuttgart. «Das war ein Kennenlerngespräch.» Die Friseurin war nach eigenen Angaben in der NPD, aber ohne herausgehobene Funktion.

Der Untersuchungsausschuss des Landtags arbeitet die Bezüge der Terrorzelle NSU nach Baden-Württemberg und mögliches Behördenversagen im Südwesten auf. Dem NSU werden unter anderem neun Morde an Migranten zugerechnet.