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Ein Schild mit der Aufschrift «Angeklagte Zschäpe» steht im Gerichtssaal in München auf der Anklagebank neben einem Mikrofon. Viel Erhellendes in das Mikrofon hat Beate Zschäpe bislang nicht gesprochen. Die Neonazi-Killergruppe um Zschäpe soll zwischen 2000 und 2007 zehn Morde begangen haben.
Ein Schild mit der Aufschrift «Angeklagte Zschäpe» steht im Gerichtssaal in München auf der Anklagebank neben einem Mikrofon. Viel Erhellendes in das Mikrofon hat Beate Zschäpe bislang nicht gesprochen. Die Neonazi-Killergruppe um Zschäpe soll zwischen 2000 und 2007 zehn Morde begangen haben. © dpa
10.08.2013

NSU-Killer sollen Terrorziele in 14 Baden-Württemberg ausgespäht haben

Der Neonazi-Terrorgruppe NSU soll nach einem Bericht der «Stuttgarter Nachrichten» Terrorziele in 14 Städten in Baden-Württemberg ausgespäht haben. Das berichtet die Zeitung (Samstag) unter Berufung auf eine Analyse des Bundeskriminalamts (BKA). Das Terror-Trio habe sich für Einzelpersonen, für Firmen von Migranten sowie für Parteibüros interessiert.

Auf der Liste standen dem Bericht zufolge unter anderem Ziele in Aalen, Esslingen, Mannheim, Stuttgart und Villingen-Schwenningen. Allein zu Heilbronn hätten die Rechtsterroristen 22 Datensätze angelegt. Dort hatten die NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt 2007 die Polizistin Michèle Kiesewetter erschossen.

Lediglich in Bayern hätten die Terroristen noch mehr Daten gesammelt als in Baden-Württemberg. An Zielen in Nordrhein-Westfalen seien sie ähnlich stark interessiert gewesen.

Die BKA-Ermittler hätten zahlreiche Stadtpläne, Dokumente und Datenträger ausgewertet, die sie im Schutt des explodierten Familienhauses in Zwickau fanden, das den Rechtsextremisten wohl als Unterschlupf diente. Der NSU soll insgesamt zehn Menschen ermordet haben. Seit Anfang Mai verhandelt das Oberlandesgericht München gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU).