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06.02.2009

Nach Bürgermeister-Drohung: Hundehalter von SEK festgenommen

LOSSBURG. Der Hundehalter, der den Bürgermeister von Loßburg (Kreis Freudenstadt) monatelang bedroht hat, ist am Freitag von einem Sondereinsatzkommando der Polizei festgenommen worden. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten, war das SEK eingeschaltet worden, weil vor der Festnahme zwei Schüsse gefallen waren - aus einer Schreckschusspistole, wie sich später herausstellte.

Der 66 Jahre alte Rentner sollte noch am Freitag psychiatrisch begutachtet werden. Rathaus-Chef Thilo Schreiber hatte nach zahllosen Drohungen des Hundehalters zunächst Frau und Tochter in Sicherheit gebracht. Er selbst ist aufgrund der Drohungen seit Ende Januar krankgeschrieben. Der Bürgermeister hatte den Hund des Mannes beschlagnahmen lassen, nachdem das Tier eine Frau gebissen hatte und auf ein Kind losgegangen war.
Als Polizisten am späten Freitagmorgen das Haus des Rentners betreten hatten, waren zwei Schüsse gefallen. Daraufhin wurde das SEK hinzugezogen. In den drei Stunden, in denen die Polizisten auf das SEK aus Göppingen wartete, versuchten die Beamten den im Treppenhaus verschanzten Rentner zum Aufgeben zu bewegen. Vergebens: Der Rentner flüchtete in ein Zimmer. Daraufhin brachen die Beamten die Tür auf und nahmen den widerspenstigen Rentner fest.
Laut Polizei stammten die Schüsse aus einer Schreckschusspistole. Sie seien nicht gegen die Polizisten gerichtet gewesen. Je nachdem, wie das Gutachten ausfällt, kommt der Rentner in eine geschlossene Anstalt oder auf freien Fuß, so die Polizei. Gegen den Mann war kurz zuvor ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung und versuchter Nötigung eingeleitet worden.
Die Bürger des 8000-Einwohner-Ortes wollen ab diesem Montag (9. Februar/16.30) aus Solidarität mit ihrem Bürgermeister auf die Straße gehen. Sie wollen der Bürgermeister-Familie damit „ein Zeichen der Solidarität und Worte des Mutes“ geben. dpa