nach oben
23.08.2013

Nach Dossenheim: Justizministerin gegen schärferes Waffenrecht

Dossenheim/Heidelberg (dpa/lsw) - Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) lehnt auch nach dem Amoklauf eines Sportschützen im nordbadischen Dossenheim eine Verschärfung des Waffenrechts ab. «Wir sollten angesichts des fürchterlichen Einzelfalls keine neue Debatte führen», sagte die FDP-Politikerin der «Rhein-Neckar-Zeitung» (Freitag).

Weitere Verbote brächten nichts. «Man muss auch immer sehen: Verbietet man eine Waffenart, wird eine andere benutzt.» Sie verwies auf das neu eingeführte digitale Waffenregister und weitere Verschärfungen der vergangenen Jahre. «Absolute Sicherheit kann es nicht geben.» SPD und Grüne hatten dagegen ein Verbot großkalibriger Waffen gefordert.

Am Sonntag wird bei einem ökumenischen Gottesdienst der Opfer und Verletzten des Amoklaufs gedacht. Wie die Gemeinde auf ihrer Website am Freitag mitteilte, wird es um 18.00 Uhr einen Gottesdienst der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden unter dem Motto «Zeit zum Klagen, Schweigen, Trauern» geben. Dazu sei die Bevölkerung der 12 000-Einwohner-Gemeinde eingeladen. Für die Landesregierung kommt der Ministerialdirektor im Innenministerium, Herbert Zinell.

Am Dienstag hatte ein 71 Jahre alter Sportschütze bei einer Versammlung von Wohnungseigentümern wegen eines Streits um die Nebenkosten mit einer großkalibrigen Pistole ein Blutbad angerichtet. Der Rentner tötete zwei Nachbarn und verletzte fünf Menschen schwer, am Ende schoss er sich selbst in den Kopf.