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10.07.2012

Nach Karlsruher Geiselnahme erneut Diskussion um Waffenrecht

Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg fordern Verschärfungen im Waffenrecht. Waffen im Allgemeinen und speziell großkalibrige Schusswaffen sollen nicht mehr in Privatwohnungen aufbewahrt werden dürfen, teilte die Fraktion am Dienstag mit. Die Waffenrechtsdiskussion entflammte nach den jüngsten Gewalttaten in Karlsruhe und Lehrensteinsfeld (Kreis Heilbronn). Für die Opfer der Karlsruher Geiselnahme am vergangenen Mittwoch findet am Mittwoch eine Trauerfeier statt.

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Mit ihren Forderungen unterstützen die Grünen das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden, wonach Waffen und Munition getrennt voneinander in den Sportvereinen gelagert werden sollen. Uli Sckerl, innenpolitischer Sprecher der Grünen, hält Ausnahmeregelungen nur bei Jägern für notwendig. Laut Sckerl gibt es «selbst bei Sportschützen keine stichhaltigen Argumente für eine Lagerung in Privatwohnungen.» Die Initiative «Keine Mordwaffen als Sportwaffen!» geht noch einen Schritt weiter und verlangt seit dem Amoklauf von Winnenden (Rems-Murr-Kreis) und Wendlingen (Kreis Esslingen) im Jahr 2009 ein Verbot aller tödlichen Sportwaffen.

Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Hans-Ulrich Rülke, und der innenpolitische Sprecher der FDP, Ulrich Goll, betonten in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Dienstag: «Es ist traurig, dass die Grünen solch schrecklichen Ereignisse wie zuletzt in Karlsruhe reflexhaft politisch ausschlachten wollen.» Die Grünen stellten tausende unbescholtene Jäger und Sportschützen unter Generalverdacht und würden die sorgfältige und behutsame Arbeit des Sonderausschusses Winnenden mit Füßen treten, so die FDP Politiker.