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Brutal waren die martialisch gekleideten Fans von Dynamo Dresden ins Wildparkstadion des Karlsruher SC gedrängt. Dort zündeten sie Pyrotechnik. Zuvor schon wurden zahlreiche Polizisten und Ordner verletzt.
Brutal waren die martialisch gekleideten Fans von Dynamo Dresden ins Wildparkstadion des Karlsruher SC gedrängt. Dort zündeten sie Pyrotechnik. Zuvor schon wurden zahlreiche Polizisten und Ordner verletzt. © dpa
05.12.2017

Nach Krawall in Karlsruhe: Razzia bei Fans von Dynamo Dresden

Die Straftaten im Zusammenhang mit dem Fußballspiel Karlsruher SC gegen SG Dynamo Dresden hatten nun ein Nachspiel für die aggressiven Fans der Gäste des sächsischen Zweitligisten. Am Dienstagmorgen wurden 33 Wohnungen und Geschäftsräume von der Polizei durchsucht. Die Maßnahmen richten sich gegen 28 Tatverdächtige.

Diese stehen im Verdacht, den Fanmarsch und die Gewalttätigkeiten organisiert zu haben. Wie die Polizei erklärte, würden sich die Verfahren richten sich nicht gegen Personen, die bei dem Marsch lediglich als einfache Fans teilgenommen und sich nicht an den Gewalttätigkeiten beteiligt haben. 

Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem eine hohe zweistellige Zahl an Smartphones, Computern und Speichermedien, sowie Pyrotechnik im Kilobereich sichergestellt. Daneben wurde das Kraftfahrzeug beschlagnahmt, das dem Fanmarsch vorausgefahren war und von dem aus Anweisungen an die rund 1500 Personen umfassende Menge erteilt wurden. Für die Maßnahmen waren drei Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und 370 Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Karlsruhe und der Polizei Sachsen eingesetzt. 

Am Sonntag, 14. Mai 2017 kam es vor dem Fußballspiel der 2. Bundesliga zwischen dem später abgestiegenen Karlsruher SC und der SG Dynamo Dresden zu einem Marsch aus dem Kreis der Dresdner Fanszene mit zirka 1500 Personen durch das Karlsruher Stadtgebiet zum Wildparkstadion. Dabei waren die Marschteilnehmer einheitlich mit militärähnlicher Tarnkleidung mit dem aufgedruckten Schriftzug „Footballarmy Dynamo Dresden“ bekleidet. Die vorderste Reihe des Aufzugs präsentierte ein großes Transparent mit der Aufschrift „Krieg dem DFB“. Dazu wurden schwarzen Rauch ausstoßende Nebeltöpfe eingesetzt, die zusammen mit dem rhythmischem Trommeln das militante Erscheinungsbild verstärkten. Die den Marsch begleitenden Polizeibeamten wurden aus der Menge heraus mit Pyrotechnik beworfen und beschossen. 21 Polizisten erlitten hierbei schmerzhafte Knalltraumata.

Auf ein Signal hin überrannten die Marschteilnehmer am Wildparkstadion mit massiver Körpergewalt die Einlasskontrollen. Dabei wurde eine Vielzahl von Ordnungskräften verletzt. Zudem konnten unkontrolliert pyrotechnische Gegenstände ins Stadion gebracht werden, die während des gesamten Fußballspiels aus dem einheitlich uniformierten Gästeblock abgefeuert wurden. Dresdner Fans, die ohne einheitliche Tarnkleidung in den Gästeblock kamen, wurden mit Körpergewalt hinausgedrängt. 

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe leitete in der Folge mehrere Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Sprengstoffgesetz ein. Beim Polizeipräsidium Karlsruhe wurde die Ermittlungsgruppe „Dynamo“ gebildet. Anhand der polizeilichen Ermittlungsergebnisse zum Fanmarsch erwirkte die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Karlsruhe Durchsuchungsbeschlüsse für 33 Wohnungen und Geschäftsräume. Der überwiegende Anteil der Durchsuchungsobjekte liegt dabei in Dresden und Umgebung. Es sind aber auch Objekte in Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz betroffen.

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