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© dpa
09.02.2015

Nach Massenbefragung fehlt im Fall Armani die entscheidende Spur

Freiburg. Mehr als ein halbes Jahr nach dem gewaltsamen Tod des acht Jahre alten Armani in Freiburg hat die Polizei ihre großangelegte Vernehmungsaktion beendet. Die Befragung von mehr als 3000 Anwohnern habe den Beamten zahlreiche neue Hinweise und Detailkenntnisse gebracht, sagte Chefermittler Peter Grün in Freiburg der Deutschen Presse-Agentur.

Diese werden nun ausgewertet. Eine heiße Spur zum Täter habe die Massenbefragung nicht ergeben. Die nach der Tat gegründete Sonderkommission (Soko) «Bach» bleibe bestehen, werde aber von zuletzt 44 auf nun 17 Beamte reduziert.

Die Vernehmungsaktion war Ende September vergangenen Jahres gestartet worden. Ermittler befragten knapp viereinhalb Monate lang Anwohner des Spielplatzes, an dem der Junge am 20. Juli 2014 zuletzt lebend gesehen wurde. Ein Spaziergänger hatte die Leiche des Achtjährigen am Tag danach rund vier Kilometer vom Spielplatz entfernt in einem Bach gefunden. Armani wurde nach Angaben der Polizei von einem Unbekannten erwürgt. Anzeichen eines Sexualverbrechens gibt es nicht, die Polizei kann es aber auch nicht ausschließen.

Seit der Tat sei die Polizei 1110 Spuren nachgegangen, sagte Chefermittler Grün. 107 Spuren würden derzeit bearbeitet. «Wir geben die Hoffnung nicht auf, den oder die Täter zu finden.» Weitere groß angelegte Aktionen seien derzeit nicht geplant. Erfolglos geblieben war Anfang August vergangenen Jahres auch ein Fahndungsaufruf in der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY - ungelöst».

Die Belohnung bleibe bestehen, sagte ein Sprecher der Freiburger Staatsanwaltschaft. Für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, sind 10 000 Euro ausgesetzt.