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Der Vater hatte verdächtige Geräusche gehört und das Fenster im Zimmer der Tochter zugemacht. Dann stand ihm der Mann mit dem Messer im Weg.
Der Vater hatte verdächtige Geräusche gehört und das Fenster im Zimmer der Tochter zugemacht. Dann stand ihm der Mann mit dem Messer im Weg. © Symbolbild dpa
30.07.2018

Nach Trennung: Ex-Freund sticht Vater nieder – Festnahme in Brüssel

Plüderhausen/Brüssel. Nach einer Messerattacke auf einen Familienvater in Plüderhausen (Rems-Murr-Kreis) ist der mutmaßliche Täter, ein 20 Jahre alter Mann, am Montag in Brüssel festgenommen worden.

Er wird dringend verdächtigt, Mitte Juli einen 53-Jährigen in dessen Wohnhaus in Plüderhausen mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt zu haben, wie die Polizei mitteilte. Zuvor war der junge Mann über den Balkon in das Haus eingedrungen. Dort hatte er sich im Zimmer der - nicht anwesenden - 19-jährigen Tochter aufgehalten, zu der er bis vor kurzem eine Beziehung hatte.

Der Vater hatte verdächtige Geräusche gehört und das Fenster im Zimmer der Tochter zugemacht. Dann stand ihm der Mann mit dem Messer im Weg. Auf die Frage, ob er das Messer mitgeführt habe, um die Tochter zu ermorden, sagte ein Polizeisprecher: «Man musste vom Schlimmsten ausgehen.» Der Vater musste notoperiert werden, ist aber mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen.

Nachdem sich der Tatverdacht gegen den 20-Jährigen infolge der Ermittlungen und wegen einer DNA-Spur erhärtet hatte, wurde der untergetauchte Mann seit dem 19. Juli mit Haftbefehl und Öffentlichkeitsfahndung gesucht. Nach intensiver Fahndung mit Unterstützung von Zielfahndern aus Baden-Württemberg wurde der tatverdächtige, als Asylbewerber eingereiste und zuletzt in Schorndorf untergebrachte Mann in Brüssel ausfindig gemacht und festgenommen.

Laut Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte die rücksichtslose Tat viele Menschen in Plüderhausen verunsichert und geschockt. «Für diesen schnellen Zugriff bin ich dem Polizeipräsidium Aalen und dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg sehr dankbar», betonte Strobl. Damit habe die Polizei Baden-Württemberg einmal mehr deutlich gemacht, dass sie auch international gut vernetzt sei und alles daran setze, flüchtige Täter zu fassen. Die internationale Zusammenarbeit von Polizei und Justiz macht laut Strobl deutlich, dass das Sicherheitsnetz über den europäischen Raum engmaschig sein und von allen Ländern gleichermaßen gelebt werden muss.

Auch der Aalener Polizeipräsident Roland Eisele zeigte sich erleichtert angesichts der Festnahme. «Dies ist insbesondere auch für das Opfer und seine Familie eine wichtige und gute Nachricht.» Die Staatsanwaltschaft Stuttgart werde nun die Auslieferung des Mannes beantragen.

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