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narren © picture alliance / dpa
27.02.2014

Narren übernehmen das Zepter im Südwesten

Stuttgart. Die Narren sind wieder los: Im Südwesten übernehmen ab Donnerstag vielerorts die Mäschgerle das Zepter. Unzählige von ihnen starten am «Schmotzigen Dunschdig» in die heiße Phase der schwäbisch-alemannischen Fastnacht - und das so früh wie möglich. Bereits vor Sonnenaufgang kommen sie zusammen und wecken die Anwohner mit Musik und viel Krach. Später ziehen die Narren in vielen Städten durch die Straßen und «befreien» Schulen, Kindergärten oder Firmen.

In den Hochburgen stürmen sie oftmals das Rathaus und stellen bunt geschmückte Narrenbäume auf. Für die Bürgermeister wird es dann ernst: Sie müssen ihren Rathausschlüssel abtreten und bis Aschermittwoch abdanken.

Am Abend tagt dann die närrische Justiz im Land: So muss sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zum Beispiel vor dem Stockacher Narrengericht im Landkreis Konstanz verantworten. Die Gerichtsverhandlung gehört zu den Höhepunkten der Fastnacht im Südwesten.

Bei einer Verurteilung durch das «Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken» droht eine Strafe, die in Eimern Wein gemessen wird. Dabei fasst jeder Eimer 60 Liter. Der Rebensaft muss an die Narrenrichter geliefert werden.