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Einbrecher haben an diesem Nashorn-Kopf im Museum im Ritterhaus in Offenburg die Hörner abgeschlagen und gestohlen. Jetzt wird das Ausstellungsstück ohne Hörner gezeigt. Versichert war das Horn nicht.
Einbrecher haben an diesem Nashorn-Kopf im Museum im Ritterhaus in Offenburg die Hörner abgeschlagen und gestohlen. Jetzt wird das Ausstellungsstück ohne Hörner gezeigt. Versichert war das Horn nicht. © dpa
15.05.2012

Nashorn-Diebe geschnappt: Beute wohl pulverisiert

Der Diebstahl zweier wertvoller Nashorn-Hörner aus einem Museum in Offenburg (Ortenaukreis) ist aufgeklärt. Die drei in Untersuchungshaft sitzenden Männer hätten gestanden, sagte Staatsanwalt Martin Seifert am Dienstag in Offenburg. Eine ebenfalls an dem Raub im Februar beteiligte Frau sei untergetaucht. Die zwischen 20 und 36 Jahre alten Verdächtigen stammten alle aus Großbritannien.

Die drei Männer waren schon Anfang März in München festgenommen worden. Sie waren mit einem gestohlenen Auto in eine Verkehrskontrolle geraten. Gegen sie liegt auch in ihrem Heimatland ein Haftbefehl vor.

Die kostbare Beute, die auf dem Schwarzmarkt zwischen 50.000 und 100.000 Euro bringt, bleibt jedoch verschwunden. Sie sei zunächst in ein von den Dieben angemietetes Depot in Straßburg gebracht und dort von einem Unbekannten abgeholt worden, sagte Seifert weiter. «Wir waren leider zu spät dran.» Das Mehl aus dem Horn von Nashörnern gilt als Heilmittel, soll unter anderem gegen Impotenz helfen und ist vor allem in Asien begehrt.

Die Ermittler vermuten, das sich die Viererbande auf den Diebstahl von Nashorn-Hörnern spezialisiert hatte. Nach dem Raub in Offenburg habe das Quartett gezielt Museen auf dem Weg nach München und in München selbst im Auge gehabt. Der Diebstahl solcher Hörner wird seit 2011 vermehrt beobachtet, sagte Seifert. Auch aus Museen etwa in Heidelberg und Bad Säckingen (Kreis Waldshut) waren zuletzt Nashorn-Hörner geraubt worden. Vielerorts wurden sie deshalb bereits aus den Ausstellungsräumen genommen.

In Offenburger Museum im Ritterhaus hatten die vier Täter beispiellos dreist agiert: Einer der Männer und die Frau verwickelten das Museumspersonal in ein Gespräch, während die beiden anderen Männer den Nashornkopf aus einer Vitrine holten und mit einem Vorschlaghammer brachial die Hörner herausbrachen. Der Lärm ging im allgemeinen Getümmel unter: Vor dem Museum hatten zum Zeitpunkt des Diebstahls lautstarke Fastnachtsumzüge stattgefunden. dpa