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Nationalpark-Direktor Wolfgang Schlund montiert bei Seebach am Ruhestein ein Holzschild mit der Aufschrift „Nationalpark Schwarzwald“. Der Nationalpark wird am 3. Mai eröffnet. © dpa
29.04.2014

Nationalpark kurz vor Eröffnung: "Eine Spur wilder"

Der Ministerpräsident kommt und auch Gott gibt seinen Segen: Mit einem Festakt im Beisein von Regierungschef Winfried Kretschmann sowie einem ökumenischen Gottesdienst wird an diesem Wochenende (3./4. Mai) der Nationalpark Schwarzwald offiziell eröffnet. «Wir freuen uns darauf, dass wir die Besucher mit unserem bunten Programm und zahlreichen Führungen über den Nationalpark und unsere Arbeit informieren können», sagte Nationalpark-Direktor Wolfgang Schlund bei der Vorstellung des Programms am Dienstag. Zu der Feier wird auch Landwirtschaftsminister Alexander Bonde (Grüne) erwartet.

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Das Schutzgebiet ist allerdings weiter umstritten: Gegner besprühten in der Nacht zum Dienstag etwa 130 Bäume am Rand des Nationalparks mit den durchgestrichenen Buchstaben «NP» in neongrün, rosa und gelb. Sachschaden entstand nicht; «das wird die Natur wegwaschen», sagte die Polizei. Die Verwaltung des Parks erstattete Anzeige.

Je deutlicher der Nationalpark erkennbar werde, desto mehr werde sich der Widerstand dagegen legen und möglicherweise sogar in Befürwortung umschlagen, sagte Kretschmann. In den mehr als zwei Jahren vor Errichtung des Nationalparkes hatte es zum Teil erbitterte Diskussionen zwischen Landesregierung und Opposition sowie Naturschützern und Holzindustrie gegeben.

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Der zehnmal zehn Kilometer große Nationalpark sei das neue Naturherz des Bundeslandes, sagte Schlund laut Mitteilung weiter: «Am 3. und 4. Mai beginnt Baden-Württembergs wildes Herz zu schlagen.» Geplant sind am Eröffnungswochenende geführte Touren und Wanderungen sowie ein Familienprogramm. Außerdem sorgt Livemusik regionaler Künstler für Unterhaltung; ein «Naturparkmarkt» verkauft Produkte regionaler Erzeuger.

Den Nationalpark Schwarzwald, der erste Baden-Württembergs, gibt es seit dem 1. Januar. Er umfasst rund 10 000 Hektar, aufgeteilt auf 2500 Hektar im Bereich des Hohen Ochsenkopfs und 7500 Hektar im Bereich des Ruhesteins. Getrennt werden die beiden Gebiete durch Privatwaldflächen.

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In den sogenannten Kernzonen des Nationalparks soll der Wald sich selbst überlassen sein: «Die natürliche Entwicklung des Waldes geht langsam voran, aber "Eine Spur wilder" wird das neue Naturherz des Landes schon bald», hieß es.