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03.04.2012

Naturschützer rügen Bauern als «osterhasenfeindlich»

Stuttgart (dpa/lsw) - Als «osterhasenfeindlich» haben Naturschützer die Politik des Landesbauernverbandes (LBV) kritisiert. Hasen seien auf eine naturverträglichere Landwirtschaft mit Äckern und Wiesen angewiesen, auf denen es nicht nur um den maximalen Ertrag geht, erklärte der Naturschutzbund (NABU) Baden-Württemberg am Dienstag in Stuttgart.

Dem LBV warf der NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann vor, gegen entsprechende Pläne der EU vorzugehen.

«Hasen brauchen Äcker, auf denen auch Wildkräuter wachsen dürfen und keine Gifte alles Unerwünschte abtöten», sagte Baumann laut Mitteilung. «Dass der Landesbauernverband Front macht gegen einen kleinen Anteil an solchen "ökologischen Vorrangflächen" in unserer Agrarflur, ist für Hasen, Lerchen und Rebhühner fatal.» Der Bestand des Feldhasen in Baden-Württemberg sei in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen und habe sich nach Einschätzung von Experten zuletzt auf niedrigem Niveau stabilisiert.

Den Hasen fehlten ein geeigneter Lebensraum und Wildkräuter als Nahrung. Genaue Hasenzahlen hat der NABU nicht. Er beruft sich auf Stichproben des Landes und die Zahl erlegter Hasen. Im vergangenen Jahr seien weniger als 10 000 Feldhasen geschossen worden. In den 1960er Jahren seien es jährlich bis zu 175 000 Tiere gewesen. Die Zahlen zeigten, dass die intensivere Landwirtschaft die Hasen unter Druck setze, meinte der NABU-Landeschef.

Die EU plane derzeit, die Zahlung von Agrarfördermittel an Landwirte ab 2014 an die Voraussetzung zu koppeln, dass der Bauer mindestens sieben Prozent seiner Fläche als «ökologische Vorrangfläche» bewirtschaftet. Dort solle besonders naturverträglich gewirtschaftet werden. Der LBV wehre sich gegen diese Vorgabe, rügte der NABU. Die Naturschützer fordern, mindestens zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche zu ökologischen Vorrangflächen zu machen.

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