nach oben
Michael Buback (links), der Sohn des 1977 ermordeten früheren Generalbundesanwalts Siegfried Buback, steht im Gerichtssaal des Landgerichts in Stuttgart der Angeklagte, der ehemaligen RAF-Terroristin Verana Becker (Zweite von rechts) mit ihren Anwälten Walter Venedey (Zweiter von linsk) und Hans Wolfgang Euler (rechts) gegenüber. 
Michael Buback (links), der Sohn des 1977 ermordeten früheren Generalbundesanwalts Siegfried Buback, steht im Gerichtssaal des Landgerichts in Stuttgart der Angeklagte, der ehemaligen RAF-Terroristin Verana Becker (Zweite von rechts) mit ihren Anwälten Walter Venedey (Zweiter von linsk) und Hans Wolfgang Euler (rechts) gegenüber.  © dpa
24.11.2011

Nebenklage will mit neuen Anträgen RAF-Mord an Buback klären

Stuttgart (dpa) - Im Prozess um den Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback will die Nebenklage mit umfangreichen Beweisanträgen doch noch belegen, dass die angeklagte Ex-Terroristin Verena Becker an dem Attentat beteiligt war. Unter anderem sollen der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), Heinz Fromm, und der ehemalige BfV-Chef Richard Meier als Zeugen vernommen werden. Das beantragten die Nebenkläger um Michael Buback am Donnerstag. Außerdem sollen weitere Verfassungsschützer vernommen werden.

Die Zeugen sollen Anhaltspunkte dafür geben, dass Verena Becker selbst im April 1977 seinen Vater erschossen hat, und anschließend bei den Ermittlungen geschützt wurde, weil sie mit Geheimdiensten zusammengearbeitet habe. Die Bundesanwaltschaft widersprach den Beweisanträgen. Die Thesen der Nebenklage stünden «in krassem Widerspruch zu den bisherigen Ergebnissen der Beweisaufnahme», sagte Bundesanwalt Walter Hemberger.

Buback wurde am Donnerstag selbst als Zeuge zu seinen Recherchen zur Aufklärung des Mordes befragt. «Wir haben kein Interesse, noch jemanden ins Gefängnis zu bringen. Uns interessiert ausschließlich die Wahrheit», sagte Buback bei seinem teilweise sehr emotionalen Zeugenauftritt. Die Angehörigen hätten ein Recht darauf zu erfahren, wer die Täter sind. Einige Zuschauer applaudierten, darunter auch Corinna Ponto, die Tochter des ebenfalls von RAF-Terroristen ermordeten Bankiers Jürgen Ponto.

Siegfried Buback war am 7. April 1977 von einem Motorrad aus von Terroristen der «Roten Armee Fraktion» erschossen worden. Wer genau auf dem Motorrad saß, konnte nie geklärt werden. Die Bundesanwaltschaft hat Verena Becker wegen ihrer mutmaßlichen Rolle bei der Planung und Organisation des Attentats angeklagt. dpa