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Der Lkw, der ins Stauende gekracht ist, fuhr auf die Auffahrrampe des Kleintransporters auf, die ihm als eine Art Schanze diente. Er krachte auf das Führerhaus und begrub die fünf Insassen unter der Last. © fw
Fünf Männer sind auf der A5 in diesem Kleinlaster verbrannt. © dpa
Zwei Tote forderte ein Lkw-Unfall auf der A5 zwischen Karlsruhe und Bruchsal. Drei Lkw sind dabei in Flammen aufgegangen. © TV-BW
© Symbolbild: dpa
03.06.2013

Neue Erkenntnisse: Lkw zerquetscht Führerhaus

Karlsruhe. Einen Tag nach dem Horrorcrash auf der A5 bei Bruchsal, bei dem fünf Menschen verbrannten, gibt es neue Erkenntnisse zum Unfallhergang. Der 31-jährige Lastzugfahrer, der am Stauende in den Kleintransporter gekracht ist, ist laut Polizei über dessen Auffahrrampe direkt auf das Führerhaus des Kleinlasters geschanzt. Dabei begrub er die fünf Insassen unter sich.

Bildergalerie: Lkw kracht in A5-Stau: Fünf Menschen verbrannt

Der Kleintransporter war ein Abschleppfahrzeug mit nicht beladenem Anhänger. Die Auffahrrampe diente quasi wie „eine Art Schanze“, so ein Polizeisprecher. Bei dem Aufprall im Führerhaus fing der Kleinlaster sofort an zu brennen, weshalb für die fünf Männer aus Litauen im Alter von 22, 26, 29, 33 und 45 Jahren jede Hilfe zu spät kam.

Dem 31-jährigen Fahrer wird fahrlässige Tötung vorgeworfen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Nach ersten Erkenntnissen fuhr er mit seinem Lastwagen aus Unachtsamkeit und aufgrund zu geringen Sicherheitsabstands auf den Anhänger des Kleinlaster-Gespanns auf.

Insgesamt waren fünf Lastwagen in den Unfall an einem Stauende auf der A5 in Richtung Süden verwickelt. Drei von ihnen hatten Dämmmaterial geladen, das sich entzündete. Lange war die Zahl der Toten nicht genau klar. Nach der Obduktion ist die Zahl der Toten von zwei auf vier und dann auf fünf gestiegen. Die Insassen der anderen beteiligten Fahrzeuge kamen mit dem Schrecken davon.

Ausgangspunkt des Unfalls war der langanhaltende Regen. Dadurch war ein Stück Böschung auf die Fahrbahn am Karlsruher Dreieck gerutscht. Für die Aufräumarbeiten musste die Polizei die Fahrbahn verengen. Das führte zu einem zwölf Kilometer langen Stau. An dessen Ende fuhr ein Lkw in den Kleinlaster auf und schob ihn auf drei weitere Transporter. Die drei hinteren Lastwagen waren offensichtlich im Auftrag desselben Dämmmaterial-Herstellers unterwegs.

Die Autobahn wurde für zwei Stunden total gesperrt, dann konnte der Verkehr zumindest in Richtung Norden wieder rollen. Die Fahrbahn in Richtung Süden sollte am frühen Nachmittag freigegeben werden. Die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt.

Ein zweiter Unfall mit Sachschaden ereignete sich durch weggeschleuderte Fahrzeugteile auf der Gegenspur.

Am Ende des Staus, der sich nach dem Horrorcrash bildete, gab es in Höhe der Anschlussstelle Kronau einen weiteren Unfall. Ein Lkw war auch dort auf das Stauende aufgefahren. Der Fahrer wurde eingeklemmt und erlag seinen schweren Verletzungen.

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