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Erotik oder Party? Das "Torture Ship" auf dem Bodensee lockt Hunderte Schaulustige an die Anlegestellen. In Zukunft aber sollen Sexpartys auf Bodensee-Schiffen verboten werden. © dpa
10.07.2014

Neue Regeln: Sexpartys auf Bodensee-Schiffen werden Tabu

Um im Streit über Sexpartys auf Schiffen am Bodensee die Wogen zu glätten, verschärfen die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) die Vorgaben für Charterverträge. Künftig dürfe es keine «gesonderten Einrichtungen für sexuelle Handlungen» mehr geben, sagte BSB-Geschäftsführerin Petra Pollini am Mittwoch in Konstanz. Auch «Flatrate-Partys», die ausdrücklich zum Alkoholkonsum aufrufen, seien Tabu. Der Grund sei nicht sexuelle Intoleranz, betonte Pollini. Laufende Verträge bleiben gültig, so dass noch ein Swingerschiff in diesem Jahr ablegen kann.

Bildergalerie: Umstrittenes Bodensee-Erotikschiff lockt Schaulustige

In Zukunft müssen Organisatoren ein Nutzungskonzept vorlegen und die geplante Veranstaltung beschreiben. Ein Vertrag könne nur dann zustande kommen, wenn dieses Konzept auch in einer vergleichbaren öffentlichen Einrichtung an Land, etwa einer Mehrzweckhalle, genehmigungsfähig wäre. Sittenwidrige Veranstaltungen fallen also raus. Für religiös-extremistische und politisch-extremistische Zwecke dürfen BSB-Schiffe - wie bisher - ebenfalls nicht genutzt werden.

Bildergalerie: Bodensee-Kreuzfahrt der anderen Art: das Torture Ship

Eine CDU-Kommunalpolitikerin aus Friedrichshafen hatte die Swinger- und Erotikschiffe als «unanständig» bezeichnet. Auch der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) lehnte die «Vermietung von Schiffen aus der BSB-Flotte für Sex-Veranstaltungen» ab.

Das «Torture Ship», auf dem Ende Juni rund 600 Lack- und Leder-Fans gefeiert hatten, falle nicht unter die neuen Ausschlusskriterien, sagte Pollini. Die Schiffe sind seit Jahren auf dem Bodensee unterwegs. Erst in diesem Frühjahr hatte es Diskussionen gegeben.