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02.10.2015

Neuer NSU-Untersuchungsausschuss kommt im November

Stuttgart (dpa/lsw) - Ein Gutachter hält es für extrem unwahrscheinlich, dass sich der Streifenpartner der ermordeten Polizistin Michèle Kiesewetter an die Tat erinnern kann. Bei der Schwere der Kopfverletzungen von Martin A. hätten Wahrnehmungen nicht gespeichert werden können, sagte ein nervenärztlicher Gutachter am Freitag vor dem NSU-Untersuchungsausschuss im baden-württembergischen Landtag.

Er halte Erinnerungen daher «für nicht möglich» - ausschließen könne man sie allerdings auch nicht komplett.

Zuvor hatte bereits ein Gerichtsmediziner im Ausschuss erklärt, dass die Erinnerungsfähigkeit bei einem Schuss ins Gehirn auf jeden Fall erheblich beeinträchtigt. Der Grund dafür sei, dass der Schuss großen Druck im Hirn ausgelöst habe. «Das Gehirn schaltet sich im Prinzip aus», sagte der Rechtsmediziner Heinz-Dieter Wehner.

Kiesewetter war am 25. April 2007 in Heilbronn getötet worden. Die Bundesanwaltschaft schreibt den Mord den Rechtsterroristen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) zu. Martin A. hatte angegeben, sich nicht an die Tat erinnern zu können. Allerdings hatte er in einer Befragung unter Hypnose dann trotzdem einige Angaben gemacht. Deren Wahrheitsgehalt ist allerdings umstritten.