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Gülle ist als Dünger seit Jahren umstritten, da er als ein Grund für die

 Nitratbelastung des Grundwassers gilt.
Nitratwerte im Grundwasser Baden-Württembergs zu hoch © dpa
19.08.2010

Nitratwerte im Grundwasser Baden-Württembergs zu hoch

STUTTGART. Die Belastung des Grundwassers mit Nitrat ist in Baden-Württemberg noch immer zu hoch, auch wenn die Werte nach Angaben der Landesregierung weiter sinken. „Die Qualitätsnorm der EU von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser wird an jeder neunten Landesmessstelle überschritten“, teilte Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) am Donnerstag in Stuttgart mit.  

Etwa drei Viertel des Trinkwassers im Südwesten werden aus Grundwasser gewonnen, ein Viertel aus Oberflächengewässern - zum größten Teil stammt dies aus dem Bodensee. Gönner und Köberle äußerten sich zuversichtlich, dass der Nitratgehalt im Grundwasser in den kommenden Jahren weiter zurückgeht. Die Anstrengungen des Landes zur Senkung der Werte zeigten Wirkung. Das Nitrat stammt vor allem aus einer Zeit der intensiven Landbewirtschaftung mit einem hohen Düngemitteleinsatz. So gehört manch ein Weinbaugebiet zu den Regionen mit hohen Nitratwerten. Das Nitrat hält sich auch lange im Boden und gelangt bei Regen nach und nach ins Grundwasser.

Regionale Belastungsschwerpunkte sind nach Köberles Worten das Markgräfler Land in Südbaden, die Region um Bruchsal, Mannheim, Heidelberg und der Kraichgau sowie der Großraum Stuttgart-Heilbronn, der Main-Tauber-Kreis und Oberschwaben. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) untersucht das Grundwasser regelmäßig an rund 2000 Messstellen im Land. Die Werte werden ergänzt durch Daten aus rund 1800 Messstellen der Wasserversorgungsunternehmen.

Gönner und Köberle rechnen damit, dass der Klimawandel die Grundwasserverhältnisse auch im Südwesten spürbar beeinflussen wird. Aktuelle Berechnungen deuteten darauf hin, dass die Niederschlagsverteilung übers Jahr künftig feuchtere Winter und trockenere Sommer zur Folge haben wird. So könnten in Zukunft die Böden während der Vegetationsphase zwei bis drei Wochen länger als bisher zu trocken sein.

Der seit Mitte der 90er Jahre fallende Trend habe sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt, heißt es im Jahresbericht 2009 zur Grundwasserüberwachung, den Gönner zusammen mit Agrarminister Rudolf Köberle (CDU) vorlegte. Demnach ging auch die Belastung mit Pflanzenschutzmitteln deutlich zurück. Jedoch würden noch immer längst verbotene Pestizide gefunden, die seit Jahren im Boden gespeichert seien.