nach oben
Obduktion: CDU-Politiker Schockenhoff starb in Sauna an Verbrühungen.
Obduktion: CDU-Politiker Schockenhoff starb in Sauna an Verbrühungen © dpa
17.12.2014

Obduktion: CDU-Politiker Schockenhoff starb in Sauna an Verbrühungen

Ravensburg. Der CDU-Politiker Andreas Schockenhoff ist laut einer Obduktion in der Sauna seines Hauses an Verbrühungen, unter massiver Hitzeeinwirkung und ohne Fremdverschulden gestorben. Wie die Staatsanwaltschaft Ravensburg am Mittwoch mitteilte, habe der 57-Jährige am späten Samstagabend in der Sauna entweder ein Kreislaufversagen erlitten oder sei eingeschlafen.

Der Körper weise Verbrennungen ersten und zweiten Grades auf, sagte der zuständige Staatsanwalt. Es gebe keine Hinweise auf Fremdverschulden, habe das vorläufige Obduktionsergebnis ergeben. Der Tote wurde von einen Familienmitglied gefunden.

Ob Schockenhoff unter Drogeneinfluss stand, soll ein chemisch-toxikologisches Gutachten klären, dessen Ergebnis wohl erst nächste Woche vorliegt. Ob Alkohol beim Tod des Bundestagsabgeordneten mit eine Rolle spielte, wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen. Für Aufsehen hatte im Herbst 2011 Schockenhoffs öffentliches Eingeständnis gesorgt, Alkoholiker zu sein. Er begab sich damals in stationäre Therapie. Ob diese langfristig von Erfolg gekrönt war, ist unbekannt. Die «Bild»-Zeitung hatte berichtet, dass viele Parteikollegen bei einem Empfang in Paris beobachtet hätten, wie der Politiker wieder Alkohol trank.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Obduktion angeordnet, um auszuschließen, dass jemand anderes am Tod von Schockenhoff beteiligt war. Zwar habe es keine konkreten Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden gegeben, doch wollte man Spekulationen vorbeugen.

Schockenhoff war stellvertretender Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion. Der CDU-Politiker war seit 1990 Mitglied des Bundestags für den Wahlkreis Ravensburg. Von 2006 bis Anfang 2014 war er Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-russische Zusammenarbeit. Nach dem Abitur in Ludwigsburg studierte Schockenhoff Romanistik, Germanistik und Geschichte in Tübingen und Grenoble. Nach seinem Referendariat und einer Dissertation arbeitete er ab 1985 als Lehrer an einem katholischen Gymnasium in Ravensburg - bis er 1990 in den Bundestag gewählt wurde. Die Unionsfraktion nimmt am Donnerstag mit einem Trauergottesdienst Abschied von ihrem stellvertretenden Vorsitzenden. Sie findet in der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin statt. Für Schockenhoff rückt die junge Calwerin Ronja Schmitt (CDU) in den Bundestag nach.