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Opfer gequält und in den Tod getrieben - Prozess gegen drei Männer.
Opfer gequält und in den Tod getrieben - Prozess gegen drei Männer © dpa
Opfer gequält und in den Tod getrieben - Prozess gegen drei Männer.
Opfer gequält und in den Tod getrieben - Prozess gegen drei Männer © dpa
16.07.2014

Opfer gequält und in den Tod getrieben - Prozess gegen drei Männer

Ulm. Sie sollen einen Mann gequält und misshandelt haben - bis sich ihr Opfer vor Verzweiflung das Leben nahm. Vor dem Landgericht Ulm müssen sich seit Mittwoch drei junge Männer verantworten, die laut Anklage einen 33-Jährigen mit wochenlangen Schikanen in den Selbstmord getrieben haben.

Die Staatsanwaltschaft hat sie wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Gleichzeitig müssen sie sich wegen knapp 20 weiterer Taten verantworten. Über Monate hinweg sollen sie in Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) reihenweise Menschen angegriffen und bedroht haben.

Die mutmaßlichen Täter und das 33-jährige Opfer waren einmal Freunde, sollen zusammen auch die ein oder andere Straftat begangen haben. Doch dann kam es zum Streit. Die drei 23 bis 27 Jahre alten Angeklagten sollen den 33-Jährigen immer wieder angegriffen, verletzt und mit Waffen bedroht haben. Im September 2013 sperrten sie den schon völlig verzweifelten Mann laut Anklage in einen Keller und fesselt ihn. Das Opfer habe Urin trinken und Zigaretten essen müssen. Als die Männer ihm dann noch damit gedroht hätten, seine Kinder umzubringen, habe das Opfer endgültig allen Lebensmut verloren.

Nachdem ihn seine Peiniger schließlich aus dem Keller rausließen, erzählte der Mann den Ermittlungen zufolge mehreren Freunden, dass er keinen anderen Ausweg mehr sehe als sich das Leben zu nehmen. Wenige Stunden später warf er sich vor einen Zug und starb. Dass so etwas passieren könnte, hätten die drei Angeklagten vorhersehen können und einfach in Kauf genommen, sagte der Staatsanwalt.

Doch diese Tat ist nur einer von fast 20 Anklagepunkten, die das Gericht beschäftigen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatten die jungen Männer gemeinsam mit weiteren Komplizen in Schelklingen schon über Monate hinweg ein regelrechtes Schreckensregiment aufgebaut. Immer wieder hätten sie Menschen attackiert und eingeschüchtert. Mehrere Menschen hätten eine solche Angst vor den Männern gehabt, dass sie im Auftrag der Gruppe Einbrüche begingen und die Beute anschließend ablieferten. Der Staatsanwalt brauchte fast eine Stunde, um alle Anklagepunkte vorzulesen.

Die Angeklagten äußerten sich nicht zu den Vorwürfen. Die Schwurgerichtskammer hat elf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte im September verkündet werden.