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Mit der grün-roten Bildungspolitik unzufrieden: CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf. Foto: dpa
Mit der grün-roten Bildungspolitik unzufrieden: CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf. Foto: dpa
11.09.2015

Opposition mahnt mehr Lehrerbildung für die Eingliederung von jungen Asylbewerbern an

Stuttgart. Die Südwest-Lehrer sind nach Ansicht der CDU schlecht auf die „größte pädagogische Herausforderung seit der Jahrtausendwende“ vorbereitet: Für die Integration von Flüchtlingen an den Schulen sei eine dreitägige „Schnellbleiche“ ungenügend, sagte Bildungsexperte Georg Wacker gestern in Stuttgart. „Es ist fast fünf nach zwölf. Wir vermissen ein klares Fortbildungskonzept.“ Es gehe nicht nur um die Vermittlung der Sprache, sondern auch von Alltagskompetenzen und Werten.

Aus Sicht von Fraktionschef Guido Wolf ist die Landesregierung auch ein ganzheitliches Integrationskonzept für hilfesuchende Kinder und Jugendliche schuldig geblieben. Die CDU regt einen Pakt an mit Experten und Organisationen, darunter die Elternstiftung und Schulpsychologen, um Flüchtlingskinder optimal zu fördern.

Zudem forderte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl Kultusminister Andreas Stoch (SPD) auf, rasch den in einem Gutachten zur Tübinger Gemeinschaftsschule aufgezeigten Defiziten abzuhelfen. Wolf betonte: „Es ist das falsche Ziel, die Gemeinschaftsschule mit allen Mitteln zum Erfolg bringen zu wollen, es muss darum gehen, die Schüler zum Erfolg zu bringen.“ Statt sich mit der Unterrichtsqualität zu beschäftigen, konzentriere Stoch sich auf die Frage, ob dem Ministerium das Gutachten vorlag oder nicht und wie es an die Öffentlichkeit geraten konnte. In dem Gutachten ist die Rede unter anderem von nicht effektiv genutzten Lernzeiten.

Die CDU-Fraktion nennt sieben „Sofortmaßnahmen“, um die Lernbedingungen an der Gemeinschaftsschule bereits im anlaufenden Schuljahr zu verbessern. Dazu gehört, leistungsdifferenzierte Klassen, eine Vielfalt der Lehrmethoden, Noten und Sitzenbleiben zuzulassen. Überdies sollten keine weiteren als die bisher 271 Gemeinschaftsschulen genehmigt werden. Spitzenkandidat Wolf regt einen Leistungsvergleich zwischen Gemeinschafts-, Realschule und Gymnasium an.