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10.02.2011

Paketbombe von Stalker geschickt?

RHEINFELDEN. Der Paketbombenanschlag auf eine 49 Jahre alte Frau im südbadischen Rheinfelden geht möglicherweise auf das Konto eines Stalkers. Die Frau hatte sich Ende vergangenen Jahres an die Polizei gewandt, weil sie sich belästigt fühlte. Sie habe damals Anzeige wegen Stalking erstattet, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Zudem habe sie kurz nach der Bombenexplosion gegenüber Ersthelfern gesagt, sie werde von einem Stalker verfolgt. Diesen Hinweisen werde nun nachgegangen. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf den Bekanntenkreis der Frau. Eine konkrete Spur zu einem bestimmten Verdächtigen gebe es aber nicht.

Die Frau hatte am späten Dienstagnachmittag ein Paket bei der Post abgeholt. Es explodierte im Auto, die Frau wurde schwer verletzt. Die Frau hatte das Paket kurz vor der Explosion geöffnet. Das Motiv der Tat ist nach wie vor unklar.

Der 49-Jährigen gehe es zwei Tage nach dem Anschlag besser, sagte ein Polizeisprecher. Sie wurde am Donnerstag erstmals von der Polizei vernommen. Dabei habe sich der Stalkingverdacht erhärtet. Zudem gebe es Hinweise, dass die Frau Beziehungsprobleme hatte. Nach der Anzeige im vergangenen Jahr hatte die Polizei zwar ermittelt, aber nichts herausgefunden.

Nach dem Paketbombenanschlag bildete die Polizei nun eine zwölfköpfige Ermittlungsgruppe. Ermittelt wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes. Die Frau steht weiterhin unter Polizeischutz, da sie als gefährdet gilt.

Untersuchungen der Kriminaltechniker haben ergeben, dass die Bombe in einer 30 mal 20 Zentimeter großen Geschenkverpackung einer weltweit bekannten Modemarke versteckt war. Die Verpackung wurde durch die Explosion zerfetzt. Die Experten versuchen nun, das Paket wieder zusammenzufügen, um so dem Absender auf die Spur zu kommen.

Stalker verfolgen ihre Opfer und belästigen sie. Seit 2007 steht in Deutschland Stalking als «unbefugtes Nachstellen» unter Strafe. dpa