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Der Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21, Boris Palmer (links, Bündnis 90/Die Grünen) spricht im Sitzungssaal im Rathaus in Stuttgart bei der vierten Schlichtungsrunde im Streit um das milliardenschwere Bahnprojekt Stuttgart 21 mit dem Schlichter Heiner Geißler (rechts, CDU) und Wolfgang Schuster (CDU), Oberbürgermeister von Stuttgart. 

Palmer will Bahn bei S21 zum Nachsitzen zwingen

STUTTGART. Der grüne Verkehrsexperte Boris Palmer will bei der Vorstellung des Stresstests zu Stuttgart 21 an diesem Freitag die Bahn zum Nachsitzen zwingen. Er werde anhand des Gutachtens der Schweizer Verkehrsberatung sma den Nachweis erbringen, «dass die Bahn beim Stresstest durchgefallen ist», sagte der Tübinger Oberbürgermeister Palmer der Nachrichtenagentur dpa.

Die sma habe in ihrem Testat «eine dreistellige Zahl von Problemen benannt, aber nicht in die Endnote einbezogen». Der Grund dafür sei Zeitmangel gewesen. Deshalb müsse die Bahn einen neuen Stresstest absolvieren, den auch sma selbst vorgeschlagen habe.

Schlichter Heiner Geißler Heiner habe darauf bestanden, dass Stuttgart 21 eine «gute Betriebsqualität» haben müsse, sagte Palmer. Die Gutachter hatten der Bahn vergangene Woche zwar attestiert, dass Stuttgart 21 den Stresstest bestanden hat - allerdings mit einer «wirtschaftlichen optimalen Betriebsqualität». Der Wortführer der Stuttgart-21-Gegner setzt darauf, dass auch Geißler angesichts der vielen Mängel eine weitere Simulation für nötig hält. Palmer verwies darauf, dass Geißler am Mittwoch gemahnt hatte, die Bahn müsse sich verpflichten, die sogenannte Premium-Qualität bei Stuttgart 21 herzustellen.

Nach Palmers Worten geht aus dem Gutachten hervor, dass der geplante Tiefbahnhof die vereinbarten Anforderungen nicht erfüllt. Die Bahn müsse nachbessern und erneut den Stresstest durchlaufen. «Richtigerweise müsste dann mit dem Aktionsbündnis die Aufgabenstellung für einen weiteren Simulationslauf festgelegt werden», sagte der Tübinger OB. Angesichts der geplanten Volksabstimmung über Stuttgart 21 im November bestehe kein Zeitdruck. «Dann würde man sich im Herbst zur Auswertung der neuen Simulation wiedersehen.» dpa