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20.05.2015

Pegida hält an Kundgebungen in Karlsruhe fest - Schlagstockeinsatz

Ungeachtet wachsender Kritik in der Karlsruher Stadtgemeinschaft will die anti-islamische Pegida-Bewegung an ihren Versammlungen im Zwei-Wochen-Rhythmus festhalten. Die nächste Kundgebung ist für den 2. Juni angemeldet, wie ein Sprecher des Ordnungsamts am Mittwoch mitteilte. Auf der Kundgebung am Dienstagabend sagte ein Sprecher der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida): «Wir machen keine Sommerpause.»

Der Karlsruher Gemeinderat wandte sich in einer Resolution «gegen alle Bestrebungen, die Nationalismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit propagieren». Die rechtskonservative AfD kritisierte, dass mit dem Text «der Eindruck entstehen könnte, die Stadt wolle bestimmten Menschen ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verwehren». Für den kommenden Samstag hat die Stadt zu einem Aktionstag für Toleranz und Vielfalt aufgerufen.

Mehr als 200 Gegendemonstranten stellten sich am Dienstagabend mit Straßentanz, Seifenblasen und Trillerpfeifen dem neunten Pegida-Aufzug seit Ende Februar entgegen. Die evangelische Stadtkirche schloss sich dem Protest an, indem zu Beginn und zum Abschluss des Marsches die Glocken geläutet wurden. Am Rande des Aufzugs kam es zu vereinzelten Zusammenstößen zwischen Polizei und Gegendemonstranten. Beamte setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Mehrere Menschen erlitten Augenreizungen, wie die Polizei mitteilte.