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01.04.2015

Pegida-Kundgebung in Karlsruhe trotz Sitzblockade störungsfrei

Karlsruhe. Mit rund 120 Teilnehmern startete am Dienstagabend die inzwischen fünfte Pegida-Kundgebung mit anschließendem Aufzug entlang der Amalienstraße in Richtung Kaiserplatz und wieder zurück. Wie angemeldet, hatten sich bereits gegen 15.00 Uhr etwa 50 Gegendemonstranten auf dem Stephanplatz niedergelassen, um gegen die anstehende Pegida-Versammlung zu protestieren.

Nach Ende dieser Veranstaltung und mehreren Aufforderungen seitens der Versammlungsleiterin und der Polizei verließen die Demonstranten den Platz, so dass die Pegida-Kundgebung planmäßig mit dem Aufbau beginnen konnte. Zwischen 18.30 Uhr und 19.30 Uhr sammelten sich allmählich etwa 200 Teilnehmer der Demonstration "Netzwerk gegen Rechts - NoKargida" auf dem Europaplatz. Auf dem Stephanplatz begann gegen 19.00 Uhr der Zulauf von insgesamt etwa 120 Pegida-Teilnehmern, deren Versammlung gegen 19.45 Uhr begann. Rund 35 Personen versuchten gegen 19.25 Uhr, mit einer Sitzblockade an der Amalien- und Hirschstraße die Pegida-Versammlung zu stören. Auch nach mehrmaliger Aufforderung die Straße frei zu machen, war ein Teil der Blockierer nicht dazu bereit und 15 Personen mussten schließlich durch die Einsatzkräfte weggetragen werden. Nachdem sich der Aufzug der Pegida-Versammlung gegen 20.30 Uhr in Bewegung gesetzt hatte, machten sich mehrere Gruppen von Gegendemonstranten an verschiedenen Stellen entlang des Aufzugs lautstark bemerkbar. Gegen 21.00 Uhr versuchten zunächst rund 40 Demo-Teilnehmer des linken Spektrums eine Absperrung bei der Karl-Apotheke zu überwinden. Unter Einsatz von Pfefferspray wurde dies durch die eingesetzten Beamten verhindert. Noch unklar sind die Umstände, die im zeitlich-örtlichen Zusammenhang mit dem Geschehen an der Karl-Apotheke bei einer 28 Jahre alten Frau zu einer Verletzung am Unterschenkel geführt haben. Hierzu dauern die polizeilichen Ermittlungen derzeit noch an. Für die Dauer des Aufzugs mussten die Straßen rund um die Aufzugsstrecke gesperrt werden. Nach der Abschlusskundgebung der PEGIDA-Veranstaltung wurden die Teilnehmer mit zwei Bussen weggefahren. Indes verließen auch die Gegendemonstranten nach und nach den Bereich rund um den Stephanplatz. Nach der fünften Pegida-Versammlung zieht die Polizei eine insgesamt positive Bilanz. "Die konsequente Separierung der beiden Demonstrationslager ging auch diesmal wieder auf, so dass wir eine direkte Konfrontation verhindern konnten" so Einsatzleiter Wolfgang Tritsch in seinem Resümee. Insgesamt werden sechs Gegendemonstranten mit Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und vier wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte rechnen müssen; weitere neun werden wegen Beleidigung von Polizeibeamten zur Anzeige gebracht.