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Spionageprozess in Stuttgart. Foto: dpa
Spionageprozess in Stuttgart © dpa
25.06.2013

Plädoyers der Verteidigung im Stuttgarter Agentenprozess

Stuttgart (dpa/lsw) - Im Stuttgarter Prozess gegen ein mutmaßliches russisches Agenten-Ehepaar hat die Verteidigung am Dienstag die Aufhebung des Haftbefehls gegen den Hauptangeklagten gefordert.

Zudem forderten die vier Anwälte für beide, beim Strafmaß deutlich unter den Forderungen der Bundesanwaltschaft zu bleiben. Diese hatte siebeneinhalb Jahre Haft für den Mann und viereinhalb Jahre für seine Frau gefordert. Beide sollen hunderte geheime Dokumente von Nato und EU an den russischen Geheimdienst SWR geliefert haben.

Während die Bundesanwaltschaft einen besonders schweren Fall geheimdienstlicher Agententätigkeit sieht, wertete die Verteidigung das Ganze als normalen Fall. Eine Strafe von maximal fünf Jahren Haft für den Ehemann sei angemessen. Der Verteidiger der Frau plädierte konkret auf zwei Jahre und sechs Monate Haft. Das Paar lebt unter Aliasnamen - ihre wahren Identitäten kennt selbst das Gericht nicht. Seit Oktober 2011 sitzen sie in Untersuchungshaft.