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27.12.2013

Pläne für Erlebnispark im neuen Nationalpark Nordschwarzwald

Stuttgart/Freudenstadt - Kurz vor dem Start des Nationalparks Nordschwarzwald zeichnet sich ein weiteres Projekt in der Region ab. Nach einem Bericht der «Stuttgarter Nachrichten» vom Freitag soll in der Nähe von Sasbachwalden (Ortenaukreis) auf einer Fläche von 40 Hektar ein Tier- und Naturerlebnispark entstehen.

Das Projekt mit dem Namen «Anima Tierwelt» wird von der Grundig-Stiftung in Baden-Baden mit 20 Millionen Euro Anschubfinanzierung unterstützt. «Wir wollen mit der Anima Tierwelt einen Beitrag leisten, Mensch und Natur einander wieder näher zu bringen», sagte eine Sprecherin des Projekts in dem Blatt.

Zum 1. Januar wird nach mehr als zwei Jahren intensiver Planung und kontroverser Debatten der erste Nationalpark in Baden-Württemberg ausgewiesen. Es ist der 15. in Deutschland und der erste auf dem Gebiet von Baden-Württemberg. Das Ziel: Urwald auf 10 000 Hektar. Das dürfte allerdings noch Jahrzehnte dauern. Schilder etwa werden erst später aufgestellt. Aber eine Führungsspitze gibt es schon: Der Biologe Wolfgang Schlund (52) und der Forstwirt Thomas Waldenspuhl (56) treten zum Jahresbeginn ihre Posten an der Spitze der Parkverwaltung an, die 2016 über 89 Personalstellen verfügen soll.

Der 24-köpfige Nationalparkrat mit Vertretern aus der Region und aus der Landesverwaltung konstituiert sich am 23. Januar. Der Landtag hatte am 19. Dezember im Nachtragshaushalt eine Anschubfinanzierung für den Nationalpark von 7,2 Millionen Euro bewilligt.

Der Nationalpark umfasst 0,7 Prozent der Waldfläche im Südwesten. Wie die anderen Nationalparks in Deutschland wird er frei zugänglich sein und keinen Eintritt kosten. Wölfe oder Bären aktiv anzusiedeln ist nicht vorgesehen.

Die beiden Teile des Nationalparks zwischen Bühl und Baiersbronn sind durch einen drei Kilometer breiten Waldstreifen getrennt. Zwei Drittel der Flächen liegen oberhalb von 800 Metern. Dadurch ist die Holzgewinnung weniger betroffen, was einer der wesentlichen Streitpunkte war. Der Naturschutzbund Baden-Württemberg betonte zum Jahreswechsel die Bedeutung der Ausweisung des Nationalparks Schwarzwald für den Naturschutz in Deutschland. «Die Naturschützer werden zu Silvester für die Auerhühner und Dreizehenspechte anstoßen», hieß es mit Blick auf die seltenen Tierarten, die sich in dem neuen Park erholen sollen.

Die Idee für den Anima-Tierpark stamme aus dem Jahr 2011; man habe im Elsass, in den Vogesen und auf der Schwäbischen Alb nach einem passenden Gelände gesucht, sich aber schließlich für den Standort im Schwarzwald entscheiden, sagte die Sprecherin der Stiftung. Das Konzept sieht unter anderem Gehege für heimische Wildtierarten vor, einen Schaubauernhof, ein Bildungs- und Therapiezentrum mit Seminarsälen sowie einen Gasthof mit Übernachtungsmöglichkeiten für Schulklassen und Familien.

 

Vor Monaten war bereits bekannt geworden, dass auch an der Schwarzwaldhochstraße B 500 ein Tierpark entstehen soll. Nach den Plänen von Meinrad Schmiederer, Chef des Fünf-Sterne-Hotels «Dollenberg», soll ein 1500 Hektar großes Reservat ausgewiesen werden, das von der Alexanderschanze (Landkreis Freudenstadt) bis zum Glaswaldsee reichen soll. Dort sollen sich Bären, Wölfe, Adler, Auerwild und Elche frei bewegen können. Die Kosten für das Projekt inklusive Portalgebäude, Shop, Cafeteria, Schaugehege und Wirtschaftsgebäuden hatte Schmiederer auf rund acht Millionen Euro taxiert. Vertreter der grün-roten Koalition hatten das Projekt umgehend begrüßt.