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© dpa
22.03.2016

Politiker erschüttert über «unfassbare Akte der Gewalt» in Brüssel

Stuttgart. Mit Erschütterung haben Politiker im Südwesten auf die Terroranschläge in Brüssel reagiert. «In Gedanken sind wir bei den Opfern, die heute auf so grausame Weise dem Leben entrissen wurden, und ihren Angehörigen», sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Auch Sozialdemokraten und Liberale äußerten ihre Bestürzung. Die Terrorserie beeinträchtigte auch den Flugverkehr in Stuttgart.

Bei Explosionen im Brüsseler Flughafen und einer Metro-Station wurden viele Menschen getötet und verletzt. Es handele sich um «unfassbare Akte der Gewalt», sagte der Regierungschef. Die Mitarbeiter der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der EU in Brüssel waren nach Angaben von Europaminister Peter Friedrich (SPD) wohlauf. Dasselbe gilt für den EU-Kommissar und ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU).

Minister Friedrich hält es für wahrscheinlich, dass die Attacken dem politischen Europa gegolten haben. «Das macht sehr wütend und auch fassungslos.» In erster Linie sei er aber froh, dass «nach allem, was wir wissen, unsere Mitarbeiter in Sicherheit sind».

Nach Ansicht des FDP-Europaabgeordneten Michael Theurer richten sich die Anschläge nicht gegen Belgien, sondern gegen die «Hauptstadt» der Europäischen Union und die Werte der offenen Gesellschaft. Die Mitgliedstaaten müssten sofort ein konzertiertes Anti-Terror-Maßnahmenpaket auf den Weg bringen. Dazu gehöre eine effektive grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Polizei- und Sicherheitsbehörden sowie eine EU-Terrordatenbank.

Die Terrorserie in Brüssel darf aus Sicht der baden-württembergischen CDU-Europaabgeordneten Inge Gräßle aber nicht zu irrationalen Ängsten führen. «Man darf sich das gute Miteinander nicht nehmen lassen», sagte die Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Sie hielt sich während der Explosionen im 15. Stock des Parlamentsgebäudes auf. Brüssel sei eine Metropole mit einem hohen Ausländeranteil und dem höchsten Anteil von Menschen muslimischen Glaubens in der EU. Schlimm sei die Verunsicherung. «Man weiß nie, wo es als nächstes hochgehen wird», sagte Gräßle, die Landeschefin der Frauen Union in Baden-Württemberg ist.