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© dpa
05.12.2016

Politiker warnen im Fall Freiburg vor Hetze gegen Flüchtlinge

Die Festnahme eines Flüchtlings im Fall der getöteten Studentin, die aus dem Enzkreis stammt, in Freiburg zieht politische Diskussionen nach sich. Vertreter von SPD und CDU warnten davor, das Verbrechen zur Stimmungsmache gegen Flüchtlinge zu missbrauchen. Als mutmaßlicher Täter war ein 17-Jähriger aus Afghanistan festgenommen worden.

«So bitter es ist: Solche abscheulichen Morde gab es schon, bevor der erste Flüchtling aus Afghanistan oder Syrien zu uns gekommen ist», sagte Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) der «Bild» (Montag). «Wir werden nach solchen Gewaltverbrechen - egal, wer sie begeht - keine Volksverhetzung zulassen.»

Die 19 Jahre alte Studentin war Mitte Oktober vergewaltigt worden, ihre Leiche wurde im Fluss Dreisam gefunden. Sie ertrank. Die Medizinstudentin war mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Uni-Party gewesen, als sie Opfer der Verbrechens wurde.

Der Mordverdächtige war im Jahr 2015 nach Deutschland eingereist und lebte danach als minderjähriger unbegleiteter Flüchtling bei einer Familie. Nach seiner Festnahme am Freitag in Freiburg äußerte sich der Jugendliche ohne Vorstrafen den Ermittlern zufolge bislang nicht.

Auch gebe es bisher keinen Hinweis darauf, dass sich der Flüchtling und das Opfer kannten, sagte die Polizeisprecherin. Ein 18,5 Zentimeter langes blondiertes schwarzes Haar am Tatort hatte die Ermittler auf die Spur gebracht.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner sagte der «Bild»: «Solche Grausamkeiten werden leider von In- wie Ausländern begangen, das ist leider kein neues Phänomen.» Auch CSU-Innenexperte Stephan Mayer warnte davor, alle Migranten und Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen.

AfD-Bundeschef Jörg Meuthen meinte hingegen: «Wir sind erschüttert über diese Tat und erleben gleichzeitig, dass unsere Warnungen vor der ungesteuerten Einreise Hunderttausender junger Männer aus patriarchalisch-islamischen Kulturkreisen als populistisch abgewertet wurden.» Die bisherige Rechtslage, DNA-Proben nicht nach Ethnie zuzuordnen, bezeichnete Meuthen als skandalös.

Für Kritik sorgte der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, der der «Bild» sagte: «Dieses und viele andere Opfer würde es nicht geben, wäre unser Land auf die Gefahren vorbereitet gewesen, die mit massenhafter Zuwanderung immer verbunden sind.» Der SPD-Vizevorsitzende Ralf Stegner nannte die Äußerungen «politisch widerlich und dümmer als die Polizei erlaubt».

Die ARD-«Tagesschau» erläuterte in einem Blogeintrag erneut ihre Entscheidung, in der 20-Uhr-Ausgabe am Samstag nicht über den Fall zu berichten. Die Sendung berichte nur «sehr selten über einzelne Kriminalfälle», schrieb ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke am späten Sonntagabend. Der Freiburger Fall hebe sich nach diesen Kriterien von anderen Mordfällen nicht ab.

Die Ermittler wollen nun erneut Zeugen in dem Fall befragen. Wie eine Polizeisprecherin am Montag mitteilte, werden unter anderem Gäste der Studentenparty befragt, auf der das Opfer zuvor gewesen war. Fotos der Feier werden erneut gesichtet - ebenso wie Videomaterial aus der Straßenbahn, in der der Verdächtige in der Tatnacht gefahren war. Die Auswertungen sollen helfen, den genauen Tathergang zu rekonstruieren.

Das Kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamts gibt an diesem Montag in Stuttgart zudem Einblicke in die Auswertung und Analyse von Spuren - dabei soll es auch um die Sicherung und Auswertung von DNA-Spuren gehen. Der Termin war bereits vor der Festnahme in Freiburg geplant.

Zum Artikel: Getötete Studentin aus Freiburg stammt aus dem Enzkreis, lebte aber im Ausland

Zum Artikel: Männliche DNA-Spuren bei in Freiburg getöteter Studentin

Mord an Studentin: Polizei beleuchtet Umfeld des tatverdächtigen Afghanen

Tote Studentin in Freiburg: Gabriel warnt vor Hetze gegen Flüchtlinge

Stegner attackiert Polizeigewerkschafter im Fall Freiburg

Peggy
05.12.2016
Politiker warnen im Fall Freiburg vor Hetze gegen Flüchtlinge

Der Gabriel wie immer doofe Worte.Würde er auch so reden wenn es seine Familie treffe? mehr...

Eiermann
05.12.2016
Politiker warnen im Fall Freiburg vor Hetze gegen Flüchtlinge

Es ist eigentlich kaum zu fassen: Anstatt eigene Versäumnisse und Fehler in der Flüchtlingspolitik zuzugeben, jammern jetzt in trauter Einigkeit alle Politiker die selbe Leier rauf und runter: "keine Hetze, keine Volksverhetzung, nicht verallgemeinern,...". Einzig der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft hat es auf den Punkt gebracht: «Dieses und viele andere Opfer würde es nicht geben, wäre unser Land auf die Gefahren vorbereitet gewesen, die mit massenhafter Zuwanderung immer verbunden ...... mehr...

ROSAROT
06.12.2016
Politiker warnen im Fall Freiburg vor Hetze gegen Flüchtlinge

Dazu steht ein interessanter Kommentar in der StuttgarterZeitung: "Empörung löste auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, aus. Er sagte der „Bild“-Zeitung: „Dieses und viele andere Opfer würde es nicht geben, wäre unser Land auf die Gefahren vorbereitet gewesen, die mit massenhafter Zuwanderung verbunden sind. Während Angehörige trauern und Opfer unsägliches Leid erfahren, schweigen die Vertreter der ‚Willkommenskultur‘.“ Und: ...... mehr...

nanos
06.12.2016
Politiker warnen im Fall Freiburg vor Hetze gegen Flüchtlinge

Es lassen sich 3 Gruppen von Menschen unterscheiden 1. diejenigen, die prinzipiell gegen alle Ausländer sind. 2. Menschen die Einwanderung und Flüchtlingshilfe zwar befürworten aber erkennen, dass dies in geregelten Bahnen ablaufen soll und auch nicht unbegrenzt möglich ist. Sie denken auch über den Augenblick hinaus und machen sich Sorgen, was für gesellschaftliche Folgen die bisherige Art der Einwanderung hat. 3. Aus gesinnungsethischen Gründen denkende und handelnde Menschen, die ...... mehr...