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Untersuchungen haben ergeben, dass der Geisterfahrer auf der A5 mit 1,9 Promille in den Tod gerast ist. Ob er schon länger ein generelles Alkoholproblem hatte oder sich aus anderen Gründen betrunken hat, muss wohl noch geklärt werden. © dpa
22.11.2012

Polizei: Geisterfahrer von Offenburg war betrunken

Der 20 Jahre alte Geisterfahrer, der am frühen Sonntagmorgen auf der A5 bei Offenburg einen Unfall mit sechs Toten verursacht hat, ist betrunken gewesen. 1,9 Promille Alkohol seien im Blut des Mannes bei der Obduktion festgestellt worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Bildergalerie: Sechs Tote: Crash mit Geisterfahrer auf A5

Es könne aber noch nicht sicher gesagt werden, ob dies den Unfall verursacht hat, sagte ein Sprecher. Derzeit würden beispielsweise Zeugen befragt, ob der 20-Jährige aus dem badischen Ortenaukreis vor dem Unfall Schlangenlinien fuhr.

Ob der Falschfahrer zudem unter dem Einfluss anderer Drogen stand, werde noch geprüft, sagte ein Polizeisprecher. Diese Untersuchungen seien zeitaufwendiger als die Überprüfung des Alkoholwertes. Mit einem Ergebnis werde in den nächsten Tagen gerechnet. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch Drogen im Spiel waren.

Die Ermittler konnten die letzten Stunden im Leben des Unfallverursachers minutiös nachvollziehen. So ist bekannt geworden, dass der BMW-Fahrer aus Kehl den Abend in verschiedenen Lokalen verbracht hat. Das erklärt natürlich den hohen Promille-Gehalt.

Wie die „Badische Zeitung“ gemeldet hatte, hätten sich zu Beginn der Woche Vermutungen gemehrt, dass sich der 20-Jährige in einer persönlichen, seelischen Notsituation befunden haben könnte, eventuell ausgelöst durch den Tod seiner scheinbar Anfang des Jahres verstorbenen Mutter. Unter Kehler Jugendlichen, so die „Badische Zeitung“, seien zudem Gerüchte über ein Alkoholproblem des Geisterfahrers im Umlauf, was möglicherweise auch eine Folge des Verlustes der Mutter sein könnte.

Ferner soll der Geisterfahrer erst vor wenigen Wochen schon einmal in einen Unfall verwickelt gewesen sein. Über direkte Hinweise auf einen Suizid gibt es aber noch keine Meldungen der Polizei. Hier müssen die Untersuchungen wohl erst noch weitere Ergebnisse liefern. dpa/tok

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