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02.04.2015

Polizei Stuttgart nutzt Facebook als "Waffe" gegen Straßengangs

Stuttgart (dpa/lsw) - Im Kampf gegen aufflammende Konflikte in der Stuttgarter Straßengang-Szene setzt die Polizei auf ungewöhnliche Mittel: Mit Posts im Internet-Netzwerk Facebook machen die Beamten unmissverständlich klar, dass in der Landeshauptstadt Aufmärsche, Auseinandersetzungen oder Provokationen nicht toleriert werden. Verschiedene Facebook-Beiträge, mit denen sich die verfeindeten Gruppen «den Krieg erklärt» hätten, wolle man nicht unkommentiert stehen lassen, sagte ein Sprecher der Stuttgarter Polizei. Die Botschaft des Posts ist unmissverständlich: Null Toleranz.

Der Beitrag «An alle, die Streit, Macht und Herrschaft suchen» auf der Facebook-Seite der Polizei habe am Donnerstagmorgen 160 000 Zugriffe gehabt, hieß es. Er sei rund 2000 Mal auf anderen Facebook-Seiten geteilt worden. Der Text ist versehen mit einem Bild von Polizisten in Schutzausrüstung. Es zeige, dass der Beitrag «eine gewisse Verbreitung erzielt hat», sagte der Sprecher der Polizei. Die Behörde hatte den Text auch auf sieben andere Facebook-Seiten gestellt, die dem Milieu der Gangs zugerechnet werden. Dort sei der Beitrag aber meist recht rasch wieder entfernt worden, hieß es.

Zuletzt musste sich die Polizei immer wieder mit den diversen Straßengangs auseinandersetzen. Auf einen Aufmarsch von Sympathisanten der verbotenen Red Legion am 14. März in Stuttgart reagierte die Polizei mit einem Großaufgebot. Nachdem im Internet ein Video auftauchte, auf dem eine Kutte der United Tribuns verbrannt wurde, kam es am vergangenen Wochenende in Stuttgart und Ludwigsburg zu «Machtdemonstrationen» der rivalisierenden Gruppen, wie die Polizei mitteilte. In Ludwigsburg kam es zu Festnahmen.